BESTANDESAUFNAHME
Die Eidgenossenschaft ist zu einer Mein-Eidgenossenschaft verkommen, wir sind des Eids brüchig geworden, es braucht einen neuen Eid. Vielen Schweizern ist leider nicht bewusst, dass in Bern oben eigentlich nicht die offizielle Hauptstadt ist, sondern nur der Regierungssitz. Die Schweiz
wird als eine der grössten Geld-Drehscheiben weltweit missbraucht, unter Billigung der gegenwärtigen plutokratischen Regierung. Das Schweizervolk lässt sich von Banken, Zionisten und Neoliberalen herumzeukeln. Das Land ist entgegen der Eigenbezeichnung schon lange nicht mehr frei und neutral. Es ist zweifellos in freimaurerischer oder verwandter Hand - was niemand merkt, denn wir Schweizer rechnen zwar mit Höchstbeträgen, aber können nicht mehr eins und eins zusammenzählen...
Die Plage ist subtil, denn der die Meineidgenossenschaft beherrschende Neoliberalismus ist in etwa vergleichbar mit einem Unhold, der einem in den Garten scheisst - aber so häufig und so viel, dass man mit der Zeit den vielen Mist für Erde hält, obgleich selbige inzwischen schon längst weit darunter verdeckt liegt. Die meisten Schweizer bemerken es nicht, oder wollen es nicht bemerken. Es macht ihnen nichts aus, auf dieser "Erde" zu stehen, denn sie stehen vielleicht auf Steinen, die noch hie und da herausragen. Aber wer nichts hat, woran er sich festhalten kann, und auf dem Boden der Realität stehen muss, dem dringt die Gülle unweigerlich in die Schlarpen. Die Neuschweizer Bewegung will gegenlenken. Dies ist ein erstes staatsphilosophisches Traktat, das die Ideen und Massnahmen in ihren Grundzügen erklären soll. Mit seinen 13 Kapiteln will es auch die wichtigsten masonischen Mechanismen aufdecken.
IST DEPRESSION NUR EINE ILLUSION?"Our economic prosperity gives some bored feeling already. It gives a huge spiritual vacuum and unbearable boredom, in particular amongst intellectuals. But not only amongst intellectuals, also
amongst younger generations. At the present situation we are never satisfied, we are never contented. We cannot believe such an economic prosperity, what it means. We have the long tradition of samurai. And they live for the order and spirit. And they look down and despise any money" Yukio Mishima
Vorerst das Gute: Wenn man unter die Räder kommt, kann man die Nabe sehen, an der die Welt läuft. Die Nabe ist der wichtigste Teil des Rades - obschon nur ein Loch. Man kann die Wahrheit erkennen, und in der (überwundenen) Depression liegt grosse Kraft. Depression kommt am häufigsten vor bei Menschen, die die Weisheit lieben und nach Wahrheit streben - ein Recht und eine Pflicht für jedermann. Allerdings ist die Bürde des Denkens ungerecht verteilt: Intellektualität und Intelligenz werden verwechselt. IQ ist eine Methode zum Diskriminieren von Schwarzen und Randgruppen, IQ hält viele von ihnen erst vom Denken ab. Fällt der Test niedrig aus, probierst Du es gar nicht erst. Fällt er hoch aus, beginnen Universitäten dein Denken in Bahnen zu lenken. IQ sagt nur etwas über die Geschwindigkeit des Denkens aus. Ist die Geschwindigkeit die wichtigste Eigenschaft, die das Denken haben kann? Was ist mit Ausdauer, Beweglichkeit, Assoziationskraft?
„To be an intellectual is a vocation for anybody: it means using your mind and applying it to issues
of human significance. Some people are privileged, powerful and usually conformist enough that they can make their way into the public arena. That doesn't make them any more intellectual than a taxi driver who happens to be thinking about the same things and may be much smarter and much more understanding of them.“ Noam Chomsky
WAS IST EIN FREIMAURER?
(Es geht mir im folgenden – wie im ganzen Buch - nicht darum lange Reihen von Zahlen und Fakten aufzuzählen, die nur vom Eigentlichen ablenken, sondern darum, das Wichtigste - das Wesen der Freimaurer- und Geheimbündlerei allgemein - zu skizzieren.) Generell gesagt ist ein Geheimbündler jemand, der - sehr vereinfacht gesagt - sich nur erhöhen kann, indem er andere runterstuft, nur etwas wert zu sein glaubt, wenn er andere demütigt (was psychosexuelle Hintergründe hat, näher erläutert im Kapitel "Sexualität")
Es mag vereinzelte mehr oder weniger wohlmeinende Logen geben, aber die meisten anderen betätigen sich hauptsächlich darin, das geistige Wesen des Menschen in den Schmutz zu ziehen. Wenn es den Freimaurern wirklich um breitangelegte "sittliche Vervollkommnung" geht, weshalb verteilen sie dann nicht Gratisausgaben der Werke, auf die sie sich angeblich stützen? Weshalb
bewahren sie all ihr Wissen für sich? Sie "vervollkommnen" nur sich selbst. Die Menschen haben die Wildschweine zu Hausschweinen veredelt - um sie zu fressen. Die Freimaurer veredeln den Menschen nur kontrolliert bis zu einem bestimmten Punkt, sodass er ihnen nicht mehr gefährlich werden kann.
WIE WIRKEN FREIMAURER?
Der pervertierte Humanismus, den die Freimauerer vertreten, führt zum genauen Gegenteil: Wenn alle uneingeschränkt frei sind, dann können sich zwar alle entfalten, doch es entfalten sich bald auch die unguten Charakterzüge ungehemmt... Humanismus allein - ohne Moral weiterzugeben
- ist schlecht. Die Freiheit, sich nicht auf vorgegebene Werte festlegen zu müssen, führt
dazu, dass manche sich gar keine Werte mehr suchen.
"Just look at us. Everything is backwards. Everything is upside-down. Doctors destroy health. Lawyers destroy justice, universities destroy knowledge, religion destroys spirituality" Dr. Michael Ellner
Sie halten auch Todkranke in Spitälern gegen alle Vernunft qualvoll als Melkkühe am Leben - im Namen der Ethik. Zur satanischen Strategie, alles auf den Kopf zu drehen, kommen bei den Freimaurern noch perfidere hinzu: Menschen und ihren Absichten die Bedeutung nehmen, alles lächerlich machen. Die antisoziale Autorin Ayn Rand empfiehlt beispielsweise:
"Kill by laughter. Laughter is an instrument of human joy. Learn to use it as a weapon of destruction. Turn it into a sneer. It's simple. Tell them to laugh at everything. Tell them that a sense of humor is an unlimited virtue. Don't let anything remain sacred in a man's soul-and his soul won't be sacred to him. Kill reverence and you've killed the hero in man."
WAS WOLLEN FREIMAURER?
Die sogenannte "transzendentale Illumination" steht im Mittelpunkt ihres Interesses. "Transzendentale Illumination" ist sozusagen die Transzendenz der Steinzeit: Fressen und Gefressen werden. Mit dem Neoliberalismus bringen sie uns dieses Verständnis von Transzendenz zurück. Die einzige Transzendenz, die wir heute noch kennen, ist somit Gewalt und Geld - wobei
beides eigentlich dasselbe ist. Die Software der Schweizer Bankomaten wurde beispielsweise von René Osterwalder programmiert. Später fand man heraus, dass er ein Kindermörder und -Quäler ist. Sexuelle Demütigung als "Illuminations"-Quelle ist ein wichtiger Punkt: Man sieht Hinweise darauf im mehrbesseren Basler Pädophilenverein "Tierkreis" und in Guantanamo.
Demütigung tötet Gefühle und schafft Abhängigkeit. Weil die Freimaurer selbst im Zuge ihrer Initation gedemütigt werden, sehen sie sich fortan gezwungen, andere Menschen ebenfalls zu demütigen. Freimaurern ist es sogar erlaubt, Nicht-Freimaurern gegenüber zu lügen, weil ein Wort
innerhalb des Zirkels mehr zählt als ausserhalb.
Werden Verbrechen einer Loge bekannt, distanzieren die anderen Logen sich von ihr, und sagen, sie sei nur eine "Winkelloge". Damit sollen Logen, die der offiziellen Freimaurerei peinlich sind, abgewertet werden (beispielsweise die verbrecherische italienische Freimaurerloge P2). Andererseits nennt man Freimaurer wie Carl von Ossietzky und Kurt Tucholsky, um zu betonen, dass Freimaurer demokratisch gesinnt und Nazi-Gegner seien. In diesen Fällen wird jedoch verschwiegen, dass gerade diese beiden Reformlogen angehörten, die von den acht deutschen Großlogen in der Zeit der Weimarer Republik als Winkellogen gebrandmarkt wurden! (Die
offizielle Freimaurerei lehnte überwiegend die neue Republik ab und blieb starrem Nationalismus und antidemokratischen Vorstellungen verhaftet.)
WAS TREIBT MÄNNER IN GEHEIMBÜNDE?
Die unbewusste Angst vor der Vagina Dentata, die Angst, vom Weiblichen verschluckt zu werden, spiegelt sich auch in der Angst davor, in der Masse der Menschen unterzugehen (Die Frau repräsentiert Überfluss, Massen, Fülle). Spätestens seit dem Mittelalter gibt es "dagegen" Bruderschaften. Ob es aber besser ist, in einer Bruderschaft unterzugehen als in der Masse? In
der Masse kannst Du Deine Emotionen und Würde behalten, und bleibst am Puls des Lebens. Und man braucht dazu nur auf das Gefühl zu verzichten, etwas Besseres zu sein.
UR-SCHWEIZERISCHE WERTE?
Das Parlamentsgebäude wurde erst 1902 aufgestellt und gibt sich altehrwürdiger als es je war. Reich ist die heutige Schweiz an Geld, an Depression und Frustration. Reich ist sie vor allem auch an Tod und präzisen Möglichkeiten zu töten. Die Schweiz mitsamt ihren vermeintlichen Werten ist nicht weniger korrumpiert, heuchlerisch und indifferent als alle anderen westlichen Länder. Die allesdiktierende neoliberale Marktlogik (Sogar die Wissenschaft arbeitet für die Wirtschaft) bringt nur halbe Menschen hervor, die wiederum halbe Menschen heranziehen und noch mehr Leid.
Man orientiert sich an der Schwäche anderer statt einander aufzubauen und zu Idealen hochzublicken. Im Kapitalismus wird Enthusiasmus nicht belohnt, der Markt nimmt sich kühl seine optimalen Arbeitskräfte, baut auf Diplome und Zahlen. Künstler verpuffen sich in den Feuilletons.
DEN SCHWUR HALTEN
Uns treu bleiben können wir, indem wir Selbstklarheit über unsere Absichten haben, und uns diese immer wieder in Erinnerung rufen, um festzustellen, ob wir noch auf der Linie sind, oder abgewichen. Ein Parteiprogramm aufstellen ist nämlich leicht, eines halten schwierig – selbst für den ehrlichsten Neuschweizer. Absichtsentstellende Abweichungen können sich jederzeit einschleichen. (Selbst-)Rechtfertigung für eigene derartige Abweichung ist oft scheinbar harmlose Ironie: "Wir wissen ja, wie es richtig ist, darum können wir es zwischendurch mal falsch machen.."
Es wird zweifelsohne bald zu neoliberalen und/oder postmodernen Anfechtungen gegen uns kommen.
Sie werden fragen: "Was hat Dir das System denn getan?"
Wir werden antworten: "Nichts, und das ist ja der Punkt, es hat gar nichts für mich getan!"
Eine gleichgültige Regierung, gleichgültige Mitarbeiter, gleichgültige Chefs, alles von der Gleichgültigkeit und Beliebigkeit durchtränkt.Jeder soll für sich selbst überprüfen ob meine Worte den Klang der Wahrheit haben. Und auch bei jedem anderen, der sich einen Neuschweizer heisst, sollt Ihr prüfen, ob Wort und Tat übereinstimmen.
Es geht uns nicht darum “links” zu sein, es geht nicht darum "rechts" zu sein, sondern darum, gegen die jeweils unterdrückende Macht zu kämpfen, obzwar diese hierzulande zumeist "nur" unsichtbar und sehr subtil ausgeübt wird. Ganz gleich ob es nun Amerikaner oder Deutsche oder Banken sind, Macht korrumpiert. Es geht nicht darum, gegen Personen vorzugehen, sondern gegen Institutionen. In dieser Welt, verpestet von Geld und Glanz, soll man nicht einen Banker schuldigsprechen, der wie alle Banker davon träumte, Multimillionär zu sein. Es ist damit auch nicht nur die Unterjochung des Schweizers durch Militär oder Polizei gemeint, sondern viel subtiler, die Mechanismen, die die Bürger einander selbst unterjochen lassen. In diesem Sinne: “Fight the Power!”
Öffnung statt Äuffnung!
Solidarität statt Geiz!
* Umwandlung der indirekt-direkten Demokratie in eine echte Rätedemokratie
* Begrenzung der Freiheit des Kapitals zur Unterordnung des Produktionsprozesses unter
die Kontrolle der Gesellschaft. Massnahmen zur Senkung und internationalen Umverteilung des horrenden Reichtums und damit zur Wiedererlangung unserer Würde und Identität.
• Damit verbunden: Zerschlagung plutokratischer Organisationen wie Avenir Suisse
• Die Schweizer Armee muss entweder aufgelöst werden oder zu einer Heilsarmee umgewandelt.
• Solidarität hat einen hohen Stellenwert. Das Schicksal der Schweiz steht nicht höher als jenes Venezuelas oder Boliviens.
• Aufgrund hoher gesundheitlicher, moralischer und sozialer Schäden muss ein Karrierismusverbot erlassen werden.
• Börsenspekulationsgeschäfte sollen weder aus der Schweiz heraus getätigt werden, noch über die Schweiz, noch dürfen Schweizer Firmen Papiere für solche Geschäfte herausgeben.
• Zinsnehmende Banken sowie Konten ausländischen Geldes sollen besteuert werden in der Höhe des Profitbetrages ihrer Klienten (in dessen Heimatland eingesparte Steuer sowie Zinsen) und die hiesigen Steuereinnahmen dem Gemeinwesen zufliessen.
* Depression ist keine Illusion. Ihre Wurzeln liegen in der brutalen Nicht-Logik unserer Erstweltländer. Die Psychiatrie soll dies endlich zugeben, und Täter statt Kritiker psychiatrisieren
(Schloss Buonas, verschachert an den Roche-Konzern)
(Milton Friedman mit George W. Bush)
IDEOLOGIELOSIGKEIT IST UNMÖGLICH
Wenn wir an "Ideologie" denken, denken wir an etwas Seltsames und Kauziges: Skinheads, Punks, Dienstverweigerer, Steiner-Anhänger, wir nehmen diese Leute nicht ernst. Wir selber glauben von uns, wir hätten keine ideologische Weltsicht... Nur die Problemmacher, die unsere sogenannt "freien" Leben stören wollen, haben eine. „
Niemand ist hoffnungsloser versklavt als jene, die fälschlicherweise glauben, frei zu sein.“ Johann Wolfgang von Goethe
Man stelle sich immer die Situation vor, in der die junge Frau ihren festen Freund den Eltern vorstellt: Werden sie Freude haben, wenn er ihnen von Bewusstseinserweiterung redet? Die Werbespots wirken zuverlässig... Wir haben freie Länder, aber sind gefangen in dieser Freiheit. Es ist die Art Freiheit im Stil von: "Tu, was Du willst, es kümmert eh keinen." Wir sind heute so weit, dass man die richtige Freiheit nur noch im Gefängnis erlangen kann.
Wir leben in der Illusion, dass unser Alltag total ideologiefrei sei. Aber das ist nur, weil unser aller Ideologie so gross ist, dass du ihre Wände nicht sehen kannst. Wie eine Fliege in einer Kathedrale. Und weil du darin geboren wurdest und schon seit jeher darin lebtest, sahst du sie nie voll und von aussen. Man kann so etwas nicht beurteilen, wenn man selber noch mittendrin steht.
PLATONS HÖHLENGLEICHNIS
Geht er zurück, die anderen zu befreien, so glauben sie ihm nicht. Sie meinen, er sei geblendet von der Sonne. Sie lachen ihn aus, oder versuchen sogar, ihn zu töten, weil er ihr Weltbild so schmerzhaft erschüttert. Auf eine Art haben wir die fundamentalistischste Ideologie von allen: Die
Ideologie, keine Ideologie zu haben. Wer ist der beste Schauspieler? Ein Schauspieler, der nicht weiss, dass er ein Schauspieler ist.
GESCHICHTE IST TOT?
Die heute herrschende Ideologie ist also gut getarnt. Man nennt sie "Neoliberalismus", und sie ist eine Wirtschafts-Ideologie, eine aggressive Ausprägung des Kapitalismus. Der Neoliberalismus redet vom "Tod aller Ideologien und Utopien.". Angeblich sind die Ideologien und Utopien mit dem
Ende des Kalten Krieges gescheitert, seit dem Fall der Berliner Mauer und seit das Sovjetsystem zusammenbrach. Fast die ganze Welt akzeptierte diese neoliberale Interpretation des sovjetischen Scheiterns. Sie sagen, es sein ein genereller Sieg das Kapitalismus über den Sozialismus.
Und die überrumpelten Sozialisten brachten nicht genug intellektuelle Gegenwehr auf, um diese anmassenden Behauptungen zu kontern. Kurzum: Der Angriff gegen die Sovjetunion war der Stoss ins Herz der Revolution, und so war 1989 das offizielle Ende aller Ideologien und Utopien.
Der Mauerfall war ein kleiner Riss in einer Wand, aber eine grosse Wunde im globalen Bewusstsein
PILGERBERG-GESELLSCHAFT
Vevey 1947: Auf dem Pilgerberg (Mont Pelerin) treffen sich einflussreiche europäische und amerikanische liberale Ideologen, um über die Zukunft der westlichen Zivilisation nachzudenken. Schon nach dem 2. Weltkrieg fingen die Liberalen im Schatten einer vermeintlichen Ideologielosigkeit damit an, selber das unzerstörbarste Ideologiegebilde aufzubauen, das bis heute
Wissenschaft, Publizistik und Politik beherrscht. Ihr Erfolgsrezept war die "Ideologie der Individualisation": Eine oberflächliche Individualisierung der Menschen verhehlt ihre innere kollektivistische Gleichschaltung. Alle sind unterschiedlich gekleidet, aber alle haben dieselbe Geldlogik im Kopf. Das geht so weit, dass viele von uns neidisch sind auf Menschen, die immer noch eine bestimmte klare Weltanschauung haben. Das ist möglicherweise heimlich ein Mitgrund für unseren Hass auf Muslime und andere Gläubige. Versteckter Neid. Jetzt kämpfen wir gegen Kreuze in Klassenzimmern und gegen Kopftücher, aber keiner stört sich an der Werbung, die allgegenwärtig ist.
NEOLIBERALISMUS
Der Neoliberalismus will maximale Freiheit und Macht zugunsten der Wirtschaft. Der Staat solle sich zurücknehmen, die Gemeinde tritt zurück, "Freie Märkte" haben Vorrang. Die Ideologie der "Freien Märkte" beeinflusst unser Land sehr negativ. Nicht die Märkte sollten frei sein, sondern wir. Auch ich mag zwar den Markt, im Sinne des Supermarktes oder des Flohmarktes, aber nicht damit ist der "Freie Markt" gemeint. Der "Freie Markt" ist eine ideologische Komponente des Neoliberalismus, und auch ohne ihn gäbe es den Sommerschlussverkauf.
Sie sagen, die Wirtschaft selbst könne automatisch die richtigen Güter zum richtigen Preis in der richtigen Menge zur richtigen Zeit produzieren. Der Markt würde alles von selbst regulieren, ohne staatliches Eingreifen - wie ein natürliches Ökosystem: Wenn es ein Problem gibt, passe sich die Natur an. Man behauptet somit häufig, Neoliberalismus sei die natürlichste Ideologie. Das kann sein. Aber es gibt einen kleinen Unterschied: Ein Tier isst, bis es satt ist - Löwen haben keine Kühlschränke.
Die neoliberale Waffe, um Staaten neoliberal zu machen, ist der Dreizack des Freien Marktes. Er hat 3 Klingen:
1) Privatisierung (lat. "Privare" ="berauben")
2) Deregulation (Abbau von Gesetzen)
3) Sozialabbau (weniger Steuern für Soziales)
Die Regierung solle sich stillhalten und nur gewisse fundamentale Aufgaben übernehmen: Die Gültigkeit von privaten Verträgen gewährleisten, Polizei, Gericht... aber nicht viel mehr. Die Regierung solle nicht eingreifen, sondern alles geschehen lassen ("Laisser faire") Wirtschaft und Markt sind frei, alles zu tun, sie optimieren und rationalisieren alles in Hinblick auf das Shareholder Value, den höchstmöglichen Profit.
Du sagst vielleicht:
"Was ist falsch daran? McD schafft doch Stellen!"
"Klar, aber sie stellen nur die geeignetsten Leute ein."
Du magst jetzt zurückfragen:
"Was soll falsch daran sein, das steigert die Produktivität?"
"Es geht wirklich um Produktivität, aber noch mehr um das Produzieren von Wert..."
Der Sozialismus rationalisierte ebenfalls manches, aber Kapital war nicht sein höchstes Kriterium. Im Kapitalismus hingegen steht das Kapital sogar über Menschen und Gütern, über Tieren und der Natur. Also wirft McD alle 15 Minuten Nahrungsmittel weg. Denkst Du, sie würden es den Angestellten verschenken? Oder sogar Obdachlosen geben? Im Gegenteil: Manche Fillialen bewachen ihre Abfalleimer sogar. Das Ganze passiert auch im grösseren Rahmen: Weizenüberproduktion lässt man eher verderben, als dass man sie der Dritten Welt schenkt. Weil dies die Märkte destabilisieren würde. Die Gemeinden verlieren an Boden, Schulen, Spitälern, Fernsehsendern undsoweiter. Sie privatisieren sogar die Post!
Sie senken die Steuern, also applaudierst du, während deine Gemeinde eine weitere öffentliche Instutition verliert, und noch eine, und noch eine...
ERSTICKTE REBELLIONEN
Es wird immer schwieriger, etwas gegen die herrschende Ideologie, die immer erdrückender wird, zu tun, denn der Neoliberalismus hat keine Fehler (Er ist der Fehler). Rebellieren die Jugendlichen, dann heisst es von oben herab: "Sie rebellieren, weil sie nichts zu rebellieren haben." (Was
gewissermassen sogar stimmt, wenn man es oberflächlich betrachtet) "Ich will höhere Strafen, ich will, dass ihr mich ernst nehmt, es ist politisch, verdammtnochmal!" steht aber in den Gesichtern der jungen Rebellen geschrieben, denn man bestraft sie mit Absicht leicht, um ihnen zu zeigen:
"Du bist harmlos, du kannst nichts bewirken!" Die gewalttätigen Nachdemonstrationen am 1. Mai werden als eine Art Brauch toleriert ("Das gibt den Glasern Arbeit."). Bequem: Unbequeme, die
ihre Gesinnung so offensichtlich und doch wirkungslos ausleben, können leicht erkannt und aus dem Verkehr gezogen werden. Es kam darum auch schon vor, dass die Polizei selber Steine verteilte. Es wäre sogar möglich, dass der Schwarze Block eigentlich die Polizei selbst ist. (Alex Jones: "Egal welcher Farbe die Regierung ist, rund um die Welt tragen die Sicherheitskräfte schwarze Skimasken.") Weshalb sonst hätten sie das Sozialamt angegriffen, eine soziale Institution? Die G8-Demo in Heiligendamm 2007 wurde von einigen hundert vermummten, schwarz gekleideten Männern angeführt. Als diese die Scheiben einer Bank einwarfen, fiel einem Fernsehteam auf, wie wohlkoordiniert und quasimilitärisch sie auf die Handzeichen eines Anführers
reagierten. Einige Demonstrierende erkannten einen Bremer Polizisten wieder und forderten ihn auf, sich auszuweisen. Heute erscheint der Revolutionär nur noch als missgünstiger Spassverderber, denn der Neoliberalismus brachte es stets fertig, Aufstände in seine Richtung zu drehen: Die 68er liess man unbewusst den Neoliberalismus unterstützen, denn die Hippies wollten "Alles und zwar
sofort!" Und genau das ist es, was uns die Industrie heute gibt: Blaues und grünes Ketchup, Fussmatten in 50 Geschmacksrichtungen... Wir wollten Freiheit. Jetzt haben wir die sexuelle Freiheit, als Jungfrau zu sterben und die Freiheit, nicht zu arbeiten...
SPIELTHEORIE SÄT MISSTRAUEN
Der Kalte Krieg war stark von der Spieltheorie beeinflusst. Die Arbeiten von John Nash waren einflussreiche Anstösse in der Spieltheorie. Nash hatte die Theorie, alle Menschen wären selbstorientiert und würden dauernd gegeneinander strategisieren. Nun muss man aber wissen: Nash war pathologisch paranoid... (Wie später auskam) Die Spieltheorie musste abgemildert werden. Aber das Misstrauen und die gegenseitigen Verdächtigungen blieben bestehen, sie hatten sich tief in unsere Gehirne eingeprägt.
FRÜCHTE DES NEOLIBERALISMUS
Wir haben heute mehr Einkommen, bessere Gesundheit, bessere Arbeitsbedingungen als vor 50 Jahren. Aber offensichtlich ist die Mehrung von Reichtum und materiellem Wohlstand keine hinreichende Bedingung für Glück. Trotz des enormen Wirtschaftswachstums werden die Menschen im Westen seit Jahrzehnten nicht glücklicher (Wachstum nach Innen wäre notwendiger!) Leistungsabhängige Bezahlung verursacht mehr Belastung, entwertet alle Anreize jenseits des Geldes, zerstört das Berufsethos, höhlt die Kultur aus und demoralisiert die Arbeitnehmer. Sie führt zu Spannungen zwischen Leuten, die eigentlich miteinander kooperieren müssen.
Du bist für dein Glück selbst verantwortlich, sagen sie. Da gibt es keine gesellschaftlichen Konflikte, sondern nur individuelle Problemlagen. Eltern haften beispielsweise für die gesellschaftlichen Missstände, in denen ihre Kinder aufwachsen usw.
CROSSBORDER LEASING
Man würde annehmen, dass die Strassenbahn der Stadt Wien gehört. Aber das ist überhaupt nicht so. Sie gehört einem amerikanischen Investor. Der Stadtrat hat nämlich beschlossen, die Strassenbahn zu verkaufen. Dafür gabs viel Geld, über 1 Mia. Dollar. Aber das hat die Stadt gar nicht bekommen! Es ist weitergeleitet worden an englische und amerikanische Banken, und diese zahlen jetzt damit für die Stadt Wien "Leasingraten" an den Investor, damit die Stadt Wien ihre Strassenbahnen wieder benutzen darf!
Ähnlich geschieht es auch mit Elektrizitätswerken. Es ist eine Anmassung von der Stadt, so ein Werk zu verkaufen, denn jahrelang haben es die Bürger unterhalten. Und auch nach der Privatisierung noch. Letztlich zahlt ja doch immer noch der Bürger seine Strom- und Gasrechnung.
Alte Menschen strielen jetzt planlos und sprachlos durch die ausverkaufte Stadt und müssen das Gefühl haben, dass ihre Stadt sie nichts mehr angeht Kinder haben keinen Platz zum Spielen, Computerspiele ermöglichen immer höhere Bevölkerungsdichte, weil jeder auf Bewegungsraum verzichtet. Avenir Suisse kommt auch noch mit dem zynischen Vorschlag, die Mieten zu erhöhen, um die Wohnungsnot zu beheben...
PRIVATISIERUNG IST NICHT FORTSCHRITT!
Die ersten Feuerwehren z.B. waren privat. Rief man sie, hatte aber ihre Plakette nicht gekauft und ans Haus genagelt, dann fuhren sie einfach weiter. Öffentliche Institutionen haben viele gute Nebeneffekte, weil sie nonprofit sind. Oft werden sie sogar mutwillig defizitär betrieben, wenn z.B. die staatliche Stahlindustrie Verluste einfährt, liefert sie billigen Stahl an andere Industrien. So haben öffentliche Firmen antizyklische Effekte.
VERSTECKIS MIT DEN NEOLIBERALEN
Neoliberale Denkweisen können sich hinter fast jeder Partei verbergen: Liberale Christen, Nationalliberale, Grünliberale, liberale Demokraten, ja sogar liberale "Linke" (sie lassen einfach alles weg, was Linkssein ausmacht.) Dem Neoliberalismus gelang es damals sogar, die chinesische KP zu unterwandern.
Neoliberale verstecken sich hinter mannigfaltigen Namen: Reaganomics,Liberale, Konservative, Neocons etc.Ihr geistiger Führer ist Milton Friedman, von seinen Fans verharmlosend"Onkel Miltie" genannt. Man kann den dekadenten Friedman im Propaganda-Film „Free to Choose“ bestaunen, wie er süffisant in einem Sweatshopinmitten ausgebeuter Arbeiterinnen steht und deren Glück lobt, dass sie sichso ein besseres Leben einrichten könnten und zugleich die Wirtschaftentwickeln helfen würden usw.
WIE RADIKALER KAPITALISMUS ETABLIERT WURDE
Als Friedman seine verhängnisvollen Theorien entwickelte, war Amerika natürlich bereits ziemlich kapitalistisch. Aber noch nicht genug kapitalistisch für Friedman! Damals war Amerika nämlich relativ sozial, der "New Deal" sicherte soziale Marktbedingungen. Das war dank Roosevelt so, der nach der Wirtschaftskrise die Bestie des Marktes gezähmt und gebändigt hatte. Friedman aber wollte den Markt wieder befreien. Natürlich verschmähten die Leute diese Idee. Doch später, als radikale linke Ideen unter der Arbeiterschaft an Einfluss gewannen, kam der Neoliberalismus den
Industriellen als Gegengewicht gerade gelegen. Denn der Neoliberalismus war in seinen Forderungen genauso radikal wie der Kommunismus: Die ideale Gegenattacke, um die Interessen der Kapitalbesitzer zu vertreten! Das Ziel war totale Freiheit des Individuums. Der Willen des isolierten einzelnen Bürgers solle höher gewertet werden als gemeinsame Unternehmungen wie der New Deal.
Aber wenn man Fazit zieht, merkt man, dass die neue Freiheit eine recht seltsame ist. Eine Kassiererin hat die Freiheit, an der Kasse von Laden A zu stehen, oder von Laden B. Die Bestrebungen, die Menschen auf diese Weise zu befreien, haben leider nur zu einem erneut sehr kontrollierenden System geführt: Neue Ungleichheit, die Rückkehr der Klassengesellschaft mitsamt ihren Privilegierten und Unterhunden. Die oberen 20% bekommen vom Welteinkommen 82,7 % (Stand 2009, Tendenz steigend) Hätte Friedmans enger Freund Walter Wriston (CEO Citibank) Steuersenkungen und die Abschaffung des Mindestlohns gefordert, hätte er als Raubritter gegolten. Aber wenn ein angesehener Akademiker wie Friedman mit denselben Forderungen an die Öffentlichkeit tritt, ist das etwas ganz anderes... Die Idee, Firmeninteressen durch öffentliche Unis zu waschen, brachte den Unis viele Spenden ein.
SCHOCK-TAKTIK VERBREITET NEOLIBERALISMUS
Um den Neoliberalismus zu verbreiten, benutzen sie Schocks, Kriege, Krisen und Katastrophen.
Das passiert gerade heute in Griechenland: Es wird in die Schulden manövriert, und muss jetzt Staatsbetriebe privatisieren. In unseren Medien wird dieser Schritt sogar als vernünftig und "längst fällig" dargestellt.
Hurrikan Katharinas Auswirkungen:
Öffentliche Schulen vorher: 123
Öffentliche Schulen nachher: 4
Charter Schools vorher: 7
Charter Schools vorher: 31 (Gutscheine wurden verteilt...)
"We finally cleaned up public housing in New Orleans. We couldn't do it, but God did."
Richard Baker, Kongressabgeordneter
Mit Schocks ist nicht nur das Schocken ganzer Länder gemeint, sondern auch das Schocken von Individuen: Plötzliche Verhaftung, harsche Behandlung und Folter. Schocks sind das neue Crack der Finanzmarkt-Junkies. Niemand bekämpft diese Sucht. Stattdessen fahren wir fort, mit Privatisieren, Deregulieren und Sozialabbau - wir lechzen nach dem nächsten Schuss.
STAATSTERRORISMUS
Die italienische "Strategie der Spannung" sorgte in der eigenen Bevölkerung für Angst, und schwärzte die Linke für angebliche Terroranschläge an.Tatsächlich wurden die Anschläge aber von Rechtsextremen ausgeführt, hauptsächlich Gladio (Geheimorganisation von NATO und CIA) und P2 (Propaganda Due, eine inzwischen aufgeflogene Freimauerer-Bankenbruderschaft)
Equippe von P2 (963 geheime Mitglieder)
-11 Polizeichefs
-24 hohe Militaristen
-18 Richter
-1 sozialdemokratischer Parteichef
-sowie: Industrielle, Bankiers, Minister, Abgeordnete usw.
MK ULTRA FORSCHUNGSPROGRAMM
Während des Kalten Kriegs erforschte die CIA Gehirnwäsche-Methoden (25 Mio Dollar, 44 Unis und 12 Spitäler waren im Spiel!): Schlafentzug, kein Sonnenlicht, Drogen, Elektroschocks, Willen brechen, sie verwirren, damit sie jegliche Klarheit verlieren usw. Ewen Cameron, der welthöchste Psychiater (Präsident der "World Psychiatric Organization") wollte seine "Patienten" zurück in die Kindheit foltern. So wie heute die Soldaten sagen: "Wir werden sie in die Steinzeit zurückbomben!" Nach dem "Löschen" der Patienten wollte er sie reprogrammieren, indem er sie Tonbänder mit Botschaften hören liess (teils monatelang am Stück!)
Folteropfer in Südamerika beschrieben oft einen mysteriösen "Mr. Mike", der im Hintergrund des Raums immer anwesend gewesen sei und Anweisungen gegeben habe. Heute ist der besetzte Irak das Folterlabor. Ein Modellstaat. Sie versuchen, im grossen Stil menschliche Psychen zu zerstören und wieder aufzubauen. Die US-Streitkräfte im Irak hatten sogar Computerprogramme, die ihnen angepasste "Foltermenüs" berechneten. Die Folterungen fanden in einer nur mit Sonderausweisen zugänglichen Einrichtung statt, so geheim, dass man selbst hochrangigen Vertretern des Militärs den Zutritt verweigerte. Mehrmals wechselte man den Namen der Einrichtung – von "Task Force 20" zu "121", zu "6–26" usw.
BEISPIEL LOTTERIEAUFSTAND
Nachdem Albaniens Kommunismus gescheitert war, hatten Betrüger leichtes
Spiel. Sicher nicht weil die Albaner ein dummes Volk wären, sondern weil die Albaner einfach die Geldlogik nicht verinnerlicht hatten, fielen sie darauf herein. Es wurden so viele Bürger in Schneeballsystemen übers Ohr gehauen, dass es zum "Lotterie-Aufstand" kam.Der Neoliberalismus ist also nicht natürlich, die kapitalistische Logik wurde uns eintrainiert bzw. wir haben sie erlernt.
HERRSCHAFT DURCH GLEICHGÜLTIGKEIT
Der Neoliberalismus funktioniert ohne offen zur Schau getragenen Fanatismus und ohne offensichtliche Propaganda, sondern er funktioniert eher durch unsere Gleichgültigkeit (Laissez-les laisser faire) Gleichgültigkeit stabilisiert das herrschende System: Heute hat jeder eine seltsame ironische Distanz zu seiner eigenen sozialen Rolle: Man spielt seine Rolle, ohne sie ernstzunehmen. Heute verhalten sich Chefs zum Teil so ironisch in Bezug auf ihre eigene Rolle, dass sie sogar über die Dummheit lachen können, Chef zu sein. Im Zeitalter des Kulturkapitalismus und der „Postideologie“, funktioniert Ideologie also nicht mehr aufgrund eines fanatischen Engagements, sondern vielmehr umgekehrt aufgrund einer inneren Distanz und Gleichgültigkeit, die das symbolische Mandat des Subjekts nicht ernst nimmt.
Aber bedauerlicherweise wird es genau deshalb trotzdem immer Chefs geben, die schnellen Profit machen, indem sie Länder bei den Füssen nehmen und alles aus ihnen herausschütteln.
"Noch mehr. Warum nicht noch ein bisschen mehr? Nie genug davon. Noch mehr Mac Donalz (...) Noch mehr Cruise Missiles Marschflugkörper auf denen wir schneller zum Stauffacher reiten (...) Noch mehr. Noch mehr Freisinn Stiegelisinn Versicherungen Banken Sitzungen Sitzungszimmer Röntgenzimmer Seelenröntgenanstalten Durchleuchtungen Motiverforschungen Hirnpolizei Ordnungsrufe Normen Einordnungen Säuberungen Optimalfrequenzen noch mehr Muzak noch mehr Zurick Zurick Zurick Zurick Zurick Zurick."
(Niklaus Meienberg, "Zurick Zurich Horror Picture Show")
"Es gibt nur zwei Rassen, die geistige und die ungeistige." Ernst Barlach
"Faschismus sollte man besser Korporativismus nennen, weil es die Verschmelzung der Staatsmacht mit der Konzernmacht darstellt." Mussolini
Das "höchste" Entwicklungsstadium des Kapitalismus ist Imperialismus. Grossfirmen sind bereits mächtiger als Staaten, und der heutige Imperialismus stark durch deren Interessen bestimmt.
Imperialismus geht immer von den "höherentwickelten" Staaten aus. Der kalte Krieg war nur aus westlicher Sicht kalt. In Korea, Vietnam, Afrika und Lateinamerika war er recht heiss...
WIE DER KEYNESIANISMUS AUSGEHEBELT WURDE
Der Erzfeind der Neoliberalen war John Maynard Keynes, denn er hatte den Developmentalismus erfunden, und keynesianische Ökonomie Lateinamerika breiten Wohlstand gebracht. Developmentalisten wurden als pink, aber nicht rot betrachtet. Sie hatten überhaupt keine Verbindung zu den Sovjets, aber die Konzerne (besonders Ford) fürchteten sich angesichts der "Pinken" trotzdem vor dem "totalen Kommunismus".
Die Konzerne wurden von Sullivan&Cromwell vertreten, und praktischerweise hatten die CIA-Brüder Allen Dulles und J.F. Dulles einst in dieser Kanzlei gearbeitet. Also putschte die CIA ein paar
developmentalistische Länder.
-Im Iran wurde Mossadegh durch den brutalen Schah ersetzt
-In Guatemala wurde der schweizerischstämmige Jacobo Arbenz Guzman gestürzt
-In Indonesien Sukarno zugunsten Suharto. Zirka 4000 Personen auf der CIA-Todesliste
In Chile indoktrinierten sie zahlreiche Studenten, indem sie ein "Studentenaustauschprogramm" durchführten: Sie lehrten die Studenten, jegliche Armutsbekämpfung zu verlachen. Also kritisierten diese Studenten dann in ihren Dissertationen die Narreteien des Developmentalismus. Ein Professor war skeptisch und argumentierte, die Uni solle sich nicht an etwas beteiligen, was in einem Aufstand resultieren würde - der Professor wurde ersetzt. Der Trick war genial: Die Gaststudenten kehrten in ihre Länder zurück, wo sie eine exakte Kopie der Gastgeberuniversität aufzogen. Aber Chile blieb links - Bis in Amerika Nixon an die Macht kam. Der Rest ist Geschichte: Die demokratisch gewählte Regierung Allendes wurde sabotiert, dem Diktator
Pinochet wurde zur Macht verholfen. Während auf der Strasse noch geschossen wurde, standen die Studenten aufgeregt um die Druckmaschinen des CIA-finanzierten "El Mercurio", wo sie
den "Ziegelstein", ihre dicke neoliberale Bibel druckten. Pinochet erlaubte ihnen ihre neoliberalen Experimente in Chile, und nun konnten sich die selbstregulierenden Kräfte des Marktes beweisen: 376 % Inflation, teure Nahrung, Arbeitslosigkeit, Insolvenzen durch billige Importe... aber die Piranhas, eine kleine Spekulantengruppe, wurden steinreich.
Pinochet war sauer, doch die Neoliberalen sagten, es sei nicht ihr Fehler. Der Fehler läge darin, dass das Land immer noch nicht frei genug sei, sodass es sich immer noch nicht genug selber regulieren könne... Also wurden auch noch die letzten Wohlfahrteinrichtungen demontiert. Eine ganze Kultur musste zerstört werden, Bücherverbrennungen, Graffiti-Entfernungen, öffentliche Treffen wurden verboten, sogar manche Begräbnisse mit Wasserwerfern aufgelöst. Man wollte Individualismus, wollte, dass sich keine Kollektive organisieren können.Subversive, die in Nachbarländer flohen, wurden grenzüberschreitend aufgegriffen, im Zuge von Operation Condor (nutzte ein Washingtoner Computersystem)
Und heute? Du bist naiv, wenn Du denkst, das sei alles Geschichte! Das "Office of Reconstruction and Stabiliziation" plant präventiv den "Wiederaufbau" von rund 25 Ländern, wo die USA einmal einmarschieren könnten, sobald sich ein Vorwand findet: Iran? Venezuela?
WIE ERLANGTEN FIRMEN SO VIEL MACHT?
Vor 100 Jahren waren "Corporations" in Amerika einfach Zusammenschlüsse von Leuten, die ihre Kräfte und ihr Geld zusammenlegten zu einem bestimmten Zweck. Z.B. eine Brücke bauen.
Diese Firmen dienten der Gemeinde, nicht umgekehrt. 1910 schafften es die Anwälte, Firmen als "Legal Personalities" (juristische Personen) zu deklarieren. Auf dieser Grundlage konnten sie nun die Idee der Firma als Person noch weitertreiben und erfolgreich fordern, dass der 14.
Verfassungsartikel auch für Firmen gilt. Der Artikel besagt, dass der Staat keiner Person das Eigentum, das Leben oder die Freiheit wegnehmen darf ohne Prozess. Ursprünglich diente dies
dem Schutz der Sklaven nach dem US-Bürgerkrieg. Nun beanspruchten vor allem Firmen diese Rechte, wesentlich häufiger als die Sklaven selbst... So wurde die einst ehrenwerte amerikanische Idee der Freiheit pervertiert.
"Nie haben zwei Länder, in denen es McDonalds gibt, Krieg gegeneinander geführt."Thomas Friedman (inzwischen wiederlegt)
Nach Althusser ist McDonalds ein Ideologischer Staatsapparat.
FOLTER UND ENTSOLIDARISIERUNG
In Chile hielten CIA-unterstützte Kräfte etwa 5000 Oppositionelle im Nationalstadion gefangen, ein Kollektiv-Folterexperiment, kein Schlaf, permanentes Flutlicht. Victor Jara, der anwesende Gitarrist, dem man danach die Hände brach, besang dies in "Somos cinco mil".
In Lateinamerika wollten sie politische Häftlinge von ihrer menschlichen Solidarität "heilen". Gegenseitige Hilfe und Teilen von Essen waren verboten. Stattdessen bot man den Häftlingen Teufelspakte gegeneinander an, um schneller freizukommen. Die einzige Solidarität im Kapitalismus ist: Die Schulden der Säumigen werden begolten von den Ehrlichen. So stützt Solidarität Insolidarität...
GESCHICHTE = ORGANISIERTE KAUSALITÄT
Als die Amerikaner ihren Frieden in den Irak brachten, wollten die derart Befreiten begeistert spontane Wahlen abhalten. Die Blauäugigsten unter den GIs halfen ihnen sogar, Wahlurnen zu zimmern. Aber Paul Bremer stoppte sie: Die neue Regierung solle nicht gewählt, sondern ernannt werden...
Noam Chomsky: "Die Franzosen hatten ihre zivilisatorische Mission, die Russen ihre internationalistischen Pflichten, und die USA propagieren halt Demokratie... Wir sind so stark an
Demokratie interessiert, wie die Russen an Sozialismus interessiert waren... Wir haben immer wieder demokratische Länder gestürzt, wenn die nicht taten, was wir wollten."
Der Plan war, die Iraker mit Pringles und Popkultur zu überrumpeln: "Ein gut ausgerüsteter 7Eleven-Laden kann 30 irakische Läden vertreiben" US-Beamter Heute benutzen sie auch "Economic Hitmen" (Wirtschaftskiller) um die Wirtschaft eines Landes zu ruinieren
LIBERALISMUS PREDIGEN UND PROTEKTIONISMUS BETREIBEN
Nach der US-Invasion forderte der irakische Industrieminister Generatoren, denn er wollte die 17 ansässigen Zementfabriken wieder in Betrieb nehmen. Die USA aber schlugen seine Bitte aus, und zogen es vor, ihren eigenen Zement zehnmal teurer zu importieren....Die USA propagieren dauernd Liberalismus, aber sie selber betreiben Protektionismus. Sie subventionieren z.B. ihre Baumwollbauern, und die Preise auf dem Weltmarkt fallen, sodass die beste afrikanische Bauwolle nur wenig erzielt.
KORPORATISMUS
Die "Private Sector Development"-Strategie der Weltbank will die Privatindustrie in Drittweltländern fördern. In der Neoliberalen Weltbank ist diese Strategie eine der dominantesten. Ihre Maxime ist, dass Infrastruktur nur von Privatfirmen produziert werden solle, da die Gemeinden sonst gemeindliche Firmen bevorzugen würden, was den Wettbewerb verzerren würde (Die wahren Wettbewerbsverzerrer aber sind die Banken und Börsen, die PR-Firmen, die Reichen reicher und die Armen ärmer machen. Das ist die wahre Wettbewerbsverzerrung!) Weil die Firmen die heimlichen Herrscher sind, beherrschen sie auch den Irak, anhand dessen Beispiel man dieses Herrschaftsmuster sehr gut exemplarisch sehen kann: Britische Firmen wissen viel über Überwachung, Israelis viel über Hightech-Zäune, Kanadier liefern Fertighäuser.
FAIRPLAY?
Sie sind sehr gut ausgerüstet. Es gab eine 6-köpfige Spezialeinheit, die Ziele per Laser markierte und ferngesteuert hochjagte, oder Passanten mit Drohnen aus der Ferne töten konnte. Ironischerweise sind das dieselben Leute, die Selbstmordattentäter verurteilen. Ein Selbstmordattentäter sprengt wenigstens noch sich selbst mit in die Luft. Sie haben nur dieses Mittel. Aber die Amerikaner haben viel mehr Todeswerkzeug. Nach wie vor setzen sie Clusterbomben ein. Diplomaten von 111 Ländern unterschrieben ein Verzichtsabkommen für Clusterbomben. Nicht unterschrieben: Russland, China, Indien, Pakistan, Israel und die USA (einer der Hauptproduzenten) Wieso brauchen sie überhaupt noch eine reguläre Armee? Staffage um Präsenz zu markieren? Den Gegnern ein paar lebende Ziele anbieten? Die Kriegsindustrie ankurbeln?
Der Gipfel der bösen Ironie: In militärischen Belangen setzen die USA den militärischen Keynesianismus ein, eine Abwandlung von Keynes Keynesianismus/Developmentalismus! Was für ein passender Zufall, dass eines der Folterzentren in Argentien im Keller eines Einkaufszentrums versteckt war. Als Pinochet Chile terrorisierte, begriffen bereits ein paar Intellektuelle, dass die Gefahr nicht nur physischer Natur war, sondern auch ökonomisch: Eine neue Wirtschaftordnung wurde dem Land aufgezwungen - geplantes Elend. Der Botschafter Orlando Letelier beschuldigte Friedman, indirekt an Pinochets humanitären Verbrechen mitschuldig zu sein. Wenig später wurden Letelier und eine Kollegin von einer Autobombe getötet - in Washington! Die Mörder waren im Wissen der USA eingereist.
- Sie greifen sogar Rollstuhlfahrer an, mit Raketen! Aber Scheich Yassin wird für immer in unseren
Herzen weiterleben.
- In Chile zwangen sie politische Feinde sogar zu Inzest oder Zoophilie, und filmten es.
- Als eine sechsköpfiges Mördertruppe einen Palästinenser in einem Hotel tötete, schlichen sie sich als harmlose Touristen an, mit falschen Pässen. Sie töteten ihn durch Ersticken, nachdem sie ihn durch ein Relaxans gelähmt hatten, das ihn aber natürlich nach wie vor die vollen Schmerzen empfinden liess.
- 1961 spielten sie Exilkubaner gegen Kuba aus, und planten einen heimlichen Angriff. Aber
Schriftsteller Rodolpho Walsh fing ein Fax ab, entschlüsselte es und warnte Kuba rechtzeitig. Im UN-Sicherheitsrat wollte Kuba nun die USA als Aggressoren anklagen. Dies scheiterte aber - am Veto der USA.
- Ähnliches passierte nach dem dem Kontrakrieg in Nicaragua (Die Kontras töteten 910 Beamte 8000 Zivilisten sehr grausam, die USA hatten den Kontras Satelitenbilder geliefert, um selbst entlegene Pueblos überfallen zu können.) Ausserdem verbreitete die CIA, um die sandinistische Regierung zu schwächen, Sabotageanleitungen.
Die USA wurden zur Zahlung von Kriegs-Reparationen verurteilt vom internationalen Gerichtshof, aber akzeptierten die Strafe einfach nicht. Heute scheint es, G.W. Bush hätte Lateinamerika lange vernachlässigt, denn es war in letzter Zeit sehr friedlich dort - bis Obama ins Amt kam, und das Versäumnis bemerkte... Es gab seither wieder Putschs. Niemand in Lateinamerika traut einen Putsch, ohne sich mit den USA abzusprechen. In Bolivien ist Evo Morales Präsident. Ein sehr beliebter Staatsführer, der erste indigene Präsident überhaupt. Aber reaktionären Grossgrundbesitzern und deren US-Freunden gefällt das nicht.Bild: Das war einmal der Laden von einem Verwandten Morales' - Faschisten nutzen immer Kollateralschaden, und brannten den Laden des Verwandten nieder.
Patrice Lumumba, der Schwarze Unabhängigkeitsführer im Kongo (rechtmässig gewählter Premierminister) wurde von einem belgischen Erschiessungskommando ermordet, auf Geheiss der CIA. Aber er hat es verdient: Die USA handeln nach bestem Wissen und Gewissen und führen nur Gottes Willen aus... (George Washington wurde deifiziert, zum Gott gemacht, um eine Zivilreligion zu schaffen.)
ISRAEL
Zionisten sind Juden, die fanden, dass sie ein eigenes Land bräuchten. Sie werden von christlichen Fundamentalisten unterstützt, weil die Christen die Prophezeitung glauben, dass alle Juden zurück im Heiligen Land sein müssten, ehe die langersehnte Apokalypse beginnen könne. Theodor Herzl, der Erfinder des Zionimus, propagierte den Antisemitismus sogar noch, als Mittel, die Juden regelrecht nach Israel zu treiben: "Antisemiten werden unsere sichersten Freunde, antisemitische Länder unserer Verbündeten." Andererseits dient die Beschuldigung des "Antisemitismus" ihnen bis heute häufig als Kampfmittel. Zionisten instrumentalisieren manchmal die traurige Geschichte des Judentums zugunsten ihrer politischen Ziele.
Aber lange nicht alle Juden denken wie die Zionisten. Viele verliessen Israel sogar noch, und so wurde Argentinien einer der grössten jüdischen Orte weltweit. Zionisten sind nur eine Art von Juden. Es gibt viele andere, die total friedlich sind. Die israelischen Ghettos, in denen Palästinenser eingekesselt werden, werden oft mit dem Bantustan-System damals im Apartheid Afrika verglichen. Allerdings pervertierte die Menschheit inzwischen noch weiter: Während die Schwarzen noch zum Arbeiten gezwungen wurden, werden die Palästinenser am Arbeiten gehindert. Aber nicht nur in Palästina! Rundum die Welt sind Millionen von Frauen und Männern als überflüssig deklariert. Der Neoliberalismus schliesst zwischen 25 % und 60 % der Bürger vom Arbeitsprozess aus. Ein grosses Vakuum der Sinnlosigkeit. Sie wollen keine Arbeiter, sie wollen Konsumenten.
WO SITZT DER TEUFEL?
Ich denke nicht, dass wir es mit einer konsistenten Verschwörung zu tun haben. Der Grossteil dieser Weltordnung könnte sich einfach von selbst entwickelt haben - ein gleichgültiges fatalistisches System, das stets den Weg des geringsten Widerstands geht. Sicher spielen Geheimbünde eine Rolle, aber die Hauptrolle spielt eine schädliche Wirtschaftsordnung, die vor allem auf der menschlichen Niedertracht gründet. Sie wuchert wie Unkraut, ist organischer und unlogischer als jeder Freimaurer je mauern könnte. Es ist weil es ist, und weil es gross und hungrig ist, hat es alle Rechte. Es ist kaum eine vereinte Kraft, die den heutigen Imperialismus verursacht und lenkt, sondern rivalisierende imperialistische Länder. Indem sie konkurrieren, stacheln sie einander an, und es gibt eine nur noch schwer
unter Kontrolle zu bringende Eigendynamik.
Allende: Wir haben sehr klare Feinde: Die Kapitalisten aus dem Ausland, die unseren Wohlfahrtstaat geplündert haben, Monopolitsten, Großgrundbesitz von Farmen und Minen, die Importe und Exporte beherrschen, sowie die Banken die Finanzen.
VAMPIRISCHER GÖTZENDIENST
Kapital ist in der Tat wie ein "Juggernaut" (eng. sowohl für Götze als auch Schwerlasttransporter, das Wort wurde 1867 von Marx verwendet. Egal, was gewisse Kreise über Marx denken mögen, er hatte zweifellos ein paar sehr tiefe Einsichten, was nicht zu leugnen ist.) Dieser indische Götze namens Jagannatha war ein falscher, wütender Gott, der die Menschen unter die Räder seines ziellosen, unaufhaltbaren feuerspeienden Wagens nimmt. Sowohl Kapitalismus als auch Kommunismus sind materialistisch, aber es besteht ein Unterschied im Umgang mit dem Materiellen. Im Kapitalismus gilt das Materielle als "Kapital", als das Höchste. Es ist bei uns das
Wichtigste, der Mensch ordnet sich dem Kapital unter.
Kapital = tote Arbeit
Kapital ist laut Marx vampirisch, es kann nur überleben, indem es Arbeiter aussaugt.
HIERARCHISCHE FREIHEIT?!?
Im Prinzip ist der Arbeiter "frei", aber diese Freiheit hat 2 Bedeutungen, eine davon gut, eine schlecht: Er ist eine freie Person, er kann seine Arbeitskraft verkaufen, wem immer er will. Aber er ist auch vogelfrei, und frei von Kapital, frei von den Werkzeugen und Maschinen, die nötig sind, seine Arbeitskraft umzusetzen. Er hat also nur seine Arbeitskraft, und sonst nichts anzubieten.
Freiheit ist demnach zweischneidig. Gesellschaften mit kapitalistischer Produktionsmethode sind immer Klassengesellschaften. Die Kapitalisten brauchen die Arbeiterklasse, weil nur Arbeitskraft ihr Kapital wachsen lassen kann, dadurch, dass Arbeitskraft den Gütern "Mehrwert" hinzufügt.
Die Hierarchie der Klassengesellschaft ist menschgemacht, obschon sie uns als ganz natürliche Notwendigkeit erscheint, die allen Dingen immanent zu sein scheint. Als wäre es eine gottgegebene Notwendigkeit und unveränderbar wie ein Naturgesetz.In Tat und Wahrheit ist es eine Hierarchie von Personen, aber dies bleibt verborgen.
WARENFETISCH
Gebrauchswert: Mit Holz kann man heizen, Beeren kann man essen
Tauschwert: Ein Arbeiter musste es ernten, 100 g = 10 Min = CHF 7.--
Tauschwert entwickelt eine Eigendynamik. Wie Götzenbilder. Götzenbilder sind menschliche Produkte, werden aber "lebendig" und beherrschen ihre Gläubigen. So will unsere Industrie heute hauptsächlich Tauschwert produzieren, nicht Gebrauchswert. Also glauben die Leute mit der Zeit, Tauschwert wäre die Quelle des richtigen Werts...
"Ein Zyniker ist ein Mensch, der von jedem Ding den Preis und von keinem den Wert kennt." Oscar Wilde
Dabei ist das nur die Quelle unserer fehlgeleiteten Denkweise: Wir scheinen rational und wissenschaftlich zu denken, aber das tun wir nicht. Der Tanz ums Kapital erinnert an die Cargokulte in Afrika. Den Hund vom Schwanz aufzäumen wollen, Flugzeugmodelle aus Stroh anzubeten und zu glauben, dann käme der Fortschritt... Der entfesselte Tauschwert führt zu einer
Vertauschung von Ursache und Folgen, einer Vertauschung von Subjekt und Objekt in unseren Köpfen. Augenfälligster Ausdruck davon: An der Costa del Sol in Spanien werden Häuserblocks gebaut, bloss um die Investitionskette in Gang zu bringen. niemand wird dort wohnen. Aber sie bauen (und bewässern) sogar Golfplätze daneben, weil es mit Golfplatz theoretisch mehr Wert hat. 800'000 solcher Wohnungen werden in Spanien jedes Jahr gebaut.
CHARAKTERMASKE
Natürlich hat diese Vertauschung von Subjekt und Objekt auch einen Effekt auf die Menschen, die in den kapitalistischen Ländern leben. Sie tragen die sogenannte Charaktermaske. Das ist, weil die Güter nicht von selbst zu Markte gehen können. Es ist immer ein Mensch nötig, der sie dorthin tragen muss. Und dieser Mensch repräsentiert dann das Gut stellvertretend. Die Warenhüter verhalten sich zueinander als Personen, deren Wille aber in den Dingen haust. Die ökonomischen Charaktermasken der Personen sind nur die Personifikationen der ökonomischen Verhältnisse der Güter zueinander, nicht der Menschen. Es ist schwierig, das Gesicht hinter der Maske zu sehen. Die Frau hinter der Verkäuferin (entfremdete Arbeit → menschliche Entfremdung)
KAPITAL BEKOMMT EIN EIGENLEBEN
Das Kapital hingegen scheint ein Eigenleben zu bekommen, und von selbst zu arbeiten ("Lassen Sie ihr Geld arbeiten") durch Zins und Zinseszins. Es sieht so aus, als wäre Kapital das Subjekt, und die Arbeiter nur Objekte. Geld scheint nun nicht mehr nur der Ausdruck des Werts von Gütern zu sein, sondern Geld erscheint bald einmal als der eigentliche Wert selbst. Geld erscheint fast schon als die Substanz, aus der die Dinge gemacht sind.
GELD ALS LETZTE TRANSZENDENZ
Geld ist die einzige Transzendenz, die der moderne Mensch noch kennt. Du zahlst es auf einer Bank ein und kannst es danach weltweit an jedem beliebigen Geldautomat abheben. Es transzendiert also Zeit, Ort und Person. Geld kann sich in jedes Gut und jede Dienstleistung verwandeln. Der Geist des Geldes kaperte das Christentum. Er agierte wie ein Virus,
tauschte Rituale aus, löschte Moral und Werte.
("to sell" = "saljan = got. "opfern")
("Kredit" = "credere" = lat. "glauben")
Der Mehrwert ist wie ein Opfer, der Unternehmer der moderne Priester, die Rente ist die letzte Ölung, das stille Gespräch mit dem Bankberater wie eine Beichte (Mit Altschweizern ist es bedenklicherweise sogar leichter, über Sex zu reden als über Geld, so "heilig" ist es ihnen). Protestantischen Asketismus erkennt man in Menschen wieder, die rigide Geld sparen - wie fasten. Der Lohn dient als monatliches Sakrament. Den Arbeitsvertrag unterschreiben
entspricht einer Taufe. Geld erzählt nur eine Wahrheit: Die Wahrheit seines Besitzers. Seine Träume und Hoffnungen. Die Summe allen Geldes weltweit repräsentiert den Glauben der ganzen Welt.
GESCHICHTE DES GELDES
Schon die Ursprünge des Geldes waren religiös. Münzen entstanden aus den Stäben, an denen die Tieropfer den Göttern dargebracht worden waren. Man schnitt die Stäbe in Scheiben und prägte sie mit dem Bild des jeweiligen Gottes. So übertrug Geld die Gottheit aus dem Jenseits in die Welt der Menschen.
Jesus wollte Geld und Glauben trennen, er glaubte, dass Geld unehrenwert sei. Er verurteilte auch das Zinsnehmen.
"Wenn Du jemandem etwas gibst, dann am ehesten dem, der es Dir ganz sicher nicht zurück geben kann"
Tomasevangelium 96 koptisch
"Sammelt keine Schätze hier auf der Erde! Denn ihr müsst damit rechnen, dass Motten und Rost sie zerfressen oder Einbrecher sie stehlen. Sammelt lieber Schätze bei Gott im Himmel. Dort werden sie nicht von Motten und Rost zerfressen und können auch nicht von Einbrechern gestohlen werden. Denn euer Herz wird immer dort sein, wo ihr eure Schätze habt" Matthäus 6,19-21
Geld wurde von den Römern popularisiert. Später, in christlicher mittelalterlicher Zeit war das Geld verpönt, man sagte ihm dämonische Kräfte nach. Doch die Menschen mussten das Geld akzeptieren, weil die Könige jeden straften, der das Geld ablehnte - was als Majestätsbeleidungung galt, da ja nun der König auf der Münze war (nicht mehr eine Götterfigur)
Damals war Geld wenigstens noch vergänglich. Von Zeit zu Zeit wurde es einfach wieder eingeschmolzen, darum konnte niemand es horten. Geldhorten wäre sowieso als gottlos und unehrenwert geächtet worden. Papiergeld wurde in Asien erfunden. Der wütende Philosoph Miura Baien geisselte Leute, die Geld aus Geld erzielten als "Müssiggänger". In der französischen Revolution begann das Volk eigenes Geld zu drucken. Aber bald hatte die Bourgeoisie wieder ihre Rechte durchgesetzt.
LASSEN SIE IHR GELD FÜR SICH ARBEITEN!
„Ich muss morgens nicht mehr auf die Baustelle, denn das Geld geht für mich, ich lasse es für mich arbeiten. Viele Menschen machen das so wie ich - darum gibt es auch immer weniger Arbeitsplätze. Aber das ist nicht schlimm, ich bin ja auch arbeitslos. Eigentlich bräuchte - wenn man das konsequent zu Ende denkt - gar niemand mehr zu arbeiten! Es gibt ja genug Geld.“
„Eines Tages kam das Geld nach hause und trotzte, es würde jetzt streiken. So muss ich wieder selber arbeiten: Schubkarre und Fliessband, Fensterputzen und Gleisbau. Ging ja früher auch. Da brauchen wir kein Geld dafür. Aber wenn wir schon selber arbeiten müssen, dann brauchen wir ja gar kein Geld, das ist ja dann überflüssig.„ „Es ging ja früher auch ohne Geld. Ist auch besser so. Nicht dass wir am Ende noch für das Geld arbeiten müssen, und dem Geld Geld nachhause bringen müssen, und selbst wenn wir gar nicht bräuchten noch müssten, weil wir dem Geld noch Geld schuldig sind. Verkehrte Welt. Aber das ist ja jetzt zum Glück nur Spass, ist ja nicht in echt, zum Glück.“
Andreas "Spider" Krenzke (*1971 DDR)
GELD IST KEIN TAUSCHMITTEL!
Man kann jedes beliebige Geldtheorie-Lehrbuch aufschlagen: Es geht vom Besitz an Ressourcen aus, und wie dieser Besitz von den einzelnen Indiviuen optimal neu gemischt wird. In diesem System kommt aber seltsamerweise das Geld nicht vor... Alle Ökonomiebücher müssen neu geschrieben werden, und wieder bei Null angefangen, denn Prof. Otto Steiger fand heraus, dass Geld kein Tauschmittel ist, sondern ein Schuldendeckungsmittel. Eine revolutionäre neue Geldtheorie.
"In keiner bekannten Gesellschaft wurde getauscht. Und schon gar nicht in unserer, die ich als
Eigentumsgesellschaft bezeichne."
Privatbesitzrechte separieren den Bedarf und die Mittel zurBedarfsbefriedigung voneinander - Geld zerstört soziale Netze. Geld stehtfür Eigentum. Jede Dollarnote ist ein Schuldschein. Jeder solche Schuldscheinkann genutzt werden, Menschen zu unterdrücken.
FREIGELD
Weil Geld so alarmierend mächtig ist, schaute sich schon vor mehr als 150 Jahren der Lebensreformer Silvio Gesell nach einer Alternative zum heutigen Geld um. Er erfand das Freigeld, permanent zirkulierendes Geld mit Verfalldatum.
Ein Experiment in der österreichischen Gemeinde Wörgl war sehr erfolgreich. Steuern wurden im voraus bezahlt, weniger Arbeitslosigkeit usw. Diese sogenannte Freiwirtschaft florierte, und man war glücklich damit. 170 andere Gemeinden wollten nun ebenfalls Freigeld, aber das Experiment wurden vom Staat gestoppt.
UNGEDECKTER WERT
Der Dollar wurde weltweit die Schlüsselwährung, obwohl die USA damals die Goldeinlösepflich nicht einhalten konnten - Kein Problem - sie hoben dann einfach die Goldeinlösepflicht auf! Nun manipulierten sie noch die OPEC, sodass Öl nur noch gegen Dollar gekauft werden konnte... Und der Dollar blieb die Schlüsselwährung (Was für ein Zufall: Saddam Hussein wurde getötet kurz nachdem er angeboten hatte, Öl auch gegen andere Währungen zu verkaufen)
Einst war Geld durch Gold gedeckt, dann durch Öl, heute ist Geld nur durch Geld gedeckt, und selbst dieses Geld existiert meist nichteinmal mehr physisch, sondern nur als digitales Buchgeld, Nummern und Zahlen in Computersystemen. Nur 5 % des Geldes existiert tatsächlich als Noten und Münzen. Der Geist des Geldes hat seinen physischen Körper total verlassen und fliegt enfesselt herum. Der einzige Bezugspunkt des Geldes ist das Geld selbst. Geld ist die Quelle und das Resultat zugleich - Nur durch sich selbst bestimmt. Geld führt zu Gütern, die zu Geld führen, die zu Gütern führen, die zu Geld führen...Wenn Kapitalismus eine "Geltung ohne Bedeutung" war, ist der Neoliberalismus eine Geltung mit Minusbedeutung! Diese isolierte Wert-Vorstellung ist tautologisch. Darum muss die total im Umlauf befindliche Geldmenge dauernd erhöht werden, durch Mehrwert. Das ist die Aufgabe der Banken. Und die Bank ist ihrerseits auf einer Lüge aufgebaut, die es möglich macht.
"Was ist schon ein Bankraub gegen die Gründung einer Bank..." Bertold Brecht
DIE BANKENLÜGE NR 1: 101 Prozent von 100 wollen
Stell Dir vor, wie die erste Bank der Welt eröffnet wird. Sie beginnen Münzen zu prägen. Sie prägen 100 Stück und verleihen sie den Dorfbewohnern mit 1 Prozent Zins. Am Ende des Jahres wollen sie die Münzen zurück plus 1 Münze Zins, die dann die 101. Münze ist... Aber woher soll die 101. Münze kommen? Es muss immer einen geben, der sich verschuldet, denn es ist unmöglich,
alle Schulden zurückzuzahlen, es gibt schlichtwegs nicht genug Geld. Natürlich wird mehr Geld gedruckt, aber es steigen auch die Schulden...
DIE BANKENLÜGE NR 2: Einen Kuchen essen und doch behalten...
Stell Dir vor, die Bank bietet den Dörflern auch an, ihr Gold in einem Tresor in der Bank zu lagern. Die Bank gab Quittungen raus. Die Quittungen selbst wurden von den Dörflern mit der Zeit als Sicherheit und als Zahlungsmittel verwendet, stellvertretend für richtiges Gold. Bald brauchte überhaupt niemand mehr richtiges Gold, sondern nur noch die Quittungen. Niemand kam mehr, um zu schauen, ob das Gold noch an seinem Platz ist. So bringt es die Bank fertig, einen Kuchen zu essen, und ihn dennoch zu behalten. Die Bank kann nämlich mehr Quittungen drucken, als Gold da ist... Wenn alle ihr Gold (oder auch Geld) abheben würden, dann wäre die Bank schnell bankrott.
WELTBANK
Die mächtigste aller Banken wird "Weltbank" genannt, obwohl es eigentlich eine amerikanische Bank ist. Klar zahlen viele andere Länder Beitäge, aber letzendlich wird sie von den USA beherrscht. Aber wenn man noch tiefer hinsieht, gehört dieses schwer bewachte Bankinstitut nicht einmal den USA. Banken und Wirtschaft sind eine Kraft, höher als Staaten.
"Die Hand, die gibt, ist die Hand, die nimmt. Geld hat kein Vaterland" Napoleon
Sogar der höchste Wohlstand ist nicht mehr befriedigend wenn man alles Materielle hat, was man will. Wenn man mehr Geld hat, als man je ausgeben kann, was ist dann der letzte Kick? Macht! Hochfinanz-Banker spielen ganze Länder gegeneinander aus und verursachen sogar Kriege, das ist gewissermassen ihr Sport.
DIE "KRISE"
Die Wirtschaftskrise hat den Kapitalismus nicht destabilisiert. Im Gegenteil: Sie hat ihn noch stabilisiert. Die Krise hat die Regeln des Kapitalismus noch tiefer in unsere Gehirne eingebrannt: "Capitalism - The only game in town" Alles geht weiter wie vor der Krise. Und das Geld des kleinen Mannes sichert die Wetten der grossen Spieler ab. Wer hat die Krise verursacht? Wer ist schuldig? Die Medien wollen, dass wir glauben, das System sei schon in Ordnung, der Fehler läge nur an der Gier von Individuen, die das System ausgenutzt hätten. Darum wurde Madoff als niederträchtig präsentiert, dabei war alles, was er tat, nichts als die Regeln des Systems bis ins äusserste Extrem auf die Spitze zu treiben.
Das ganze System basiert auf Gier. Wenn du aufs Zinsennehmen verzichtest, denkt man, du bist dumm. Genauso, wie wenn du darauf verzichtest, einen Lottoewinnschein einzulösen.
EIN FREIES LAND?
Im Schweizer System bedeutet frei nicht frei. Freie Medien sind gerade darum nicht frei, WEIL sie frei sind. Genau weil sie frei und neutral sind, können sie von allerhand Kräften instrumentalisiert werden. Was macht die Schweiz wirklich aus? Die Banken? Oder die Berge, die schon immer da waren? Land und Leute, Klima, die an Ort und Stelle gewachsene Kultur. Das, was sich nicht filmen und nicht produzieren lässt: Die Geschichten, die die Alten sich erzählen, der Geist, die Sagen, das, was man nur fühlen kann.
Zuerst einmal eine Gretchenfrage: Wozu benötigt ein freies Land sowas:
Wenn 1999 nicht ein Gemeinderat zu geschwätzig geworden wäre, wüssten wir wohl heute noch nichts vom Lauschzentrum Onyx, wüssten nicht, wozu an drei Orten der Schweiz riesige Parabolantennen errichtet wurden, wüssten nicht, dass Hunderte von Millionen Franken am Parlament vorbeigeschmuggelt wurden und militärische Schnüffler nun sämtliche Telefongespräche und andere Kommunikationsakte registrieren und auswerten können. Zur Abhörung muss nicht einmal eine richterliche Verfügung vorliegen! SCHWEIZER DEMOKRATIE
"Wenn Sie einen Schweizer Bankier aus dem Fenster springen sehen, springen Sie hinterher!
...es gibt bestimmt etwas zu verdienen!" VOLTAIRE
Wieso geschah nie ein Terroranschlag in der Schweiz? Die Terroristen haben
ihr Geld auch dort!
KULTUR UND GESCHICHTE
Das meiste, was uns heute "als Schweizer Geschichte" und "Folklore" verkauft wird, ist ein einziger grosser Lügenauflauf, und selbst wo es wahr ist, wirkt es trotzdem gestellt und nicht unmittelbar. Vielleicht war die Schweiz einst einmal echt, vor langer Zeit, aber heute ist
alles nur noch erzwungene Tradtion und rekonstruiertere Folklore. Nichts ist unmittelbar und echt, nichts ist nötig (Wohl die letzten wirklich sehenswerten Bräuche sind die Ur-Fasnachten, zum Beispiel Chalandra Marz. Aber dahin führen sie die Touristen ja nicht, das ist nicht bunt und nicht
"schön".) Folklore-Musik hatte kürzlich eine Renaissance in der Schweiz: Viele als traditionell geltende Lieder wurden verkauft, Schweizer Klassiker wurden zu senilen Musikals verwertet. Am TV konnte man Bauern Frauen suchen, und Bauersfrauen kochen sehen. Es kann einem eigentlich alles als "schweizerisch" verkauft werden, weil niemand mehr so genau weiss (oder wissen will), was letztendlich schweizerisch ist. Wie beim Reliquienhandel: Den Gläubigen kann ein x-beliebiger Knochen verkauft werden, wenn man nur sagt: "Der ist vom Hl. Josef"
Das sind Zeichen von Korrosion. Bürger glauben an eine Märchenschweiz, die gar nicht möglich wäre, und die es nie gab, und die es gar nicht geben könnte. Sie denken beispielsweise, wir seien einzig deshalb so reich, weil wir geschickte Handwerker, präsize und pünktlich seien.
IDEOLOGIE DER "TOLERANZ" UND "FREIHEIT"
Mindestens 20 % der Schweizer sind Immigranten. Früher waren sie bei der Stellensuche benachteiligt, heute aber werden diejenigen aus der 2. Generation zum Teil schon bevorzugt bei der Stellensuche - eine zusätzliche Sprache. Verständlicherweise fluchen viele von uns über die Immigranten. Aber sogar über die Deutschen ziehen wir ja her. Es heisst, sie seien primitiv
und obszön. Aber was ist der populärste Teutonismus in der Schweiz? Und wir benutzen das Wort mit "Sch" heute sogar häufiger als die Deutschen selbst...
Ein Riesenproblem in der Schweiz scheinen also die Ausländer* zu sein. Die Wahrheit ist, dass dies ein gemachtes Problem ist. Dieselben Kräfte, die Integration verhindern, ärgern sich hinterher über deren Delinquenz. Und wir Bürger im Alltag sollen hernach die verbitterten, delinquenten
"Ausländer"* tolerieren? Man kann über Ausländer denken, was man will, aber zuviel sind zuviel, es
ist nun ein soziales Problem, das kann man auch einsehen, wenn man nicht gegen Ausländer an sich ist. Vor allem sind sie schlecht übers Land verteilt: Eher Stadt als Land, eher arme Quartiere als Reiche. Aber so oder so: Wir sollen sie jetzt eben tolerieren. Dabei hat selbst Martin Luther King nie gesagt, dass Rassismus ein Problem mangelnder "Toleranz" sei. Die Probleme, die zu Rassismus führen, sind gesellschaftliche Probleme wie soziale Ungerechtigkeit, Arbeitslosigkeit -
also staatliche Probleme. Die Probleme des Staats werden aber privatisiert, genauso wie man auch Staatsbetriebe privatisiert, privatisiert man auch Staatsprobleme.
Soziale Maßnahmen haben für den Neoliberalismus aber weitgehend keine Bedeutung, sie werden vielmehr als Diskriminierung derer verstanden, die nicht davon profitieren! (Was für eine perverse, verdrehte Denkweise!!!) Die einzig akzeptierte "soziale Maßnahme" besteht in der Schaffung und
Erhaltung von absoluter Chancengleichheit im Sinne von absoluter juristischer Gleichbehandlung aller Mitglieder der Gesellschaft. Niemand fragt sich: "Weshalb wird unser Land überhaupt als
Einwanderungsland begehrt?" Die Geldkonzentration ist es. Und das ist auch verständlich, wir leben über Gebühr, auf ihre Kosten. Hoher Lebensstandard, und so kommen sie in die Schweiz. Die beste Lösung für alle wäre es, das Geld wieder gerecht zurückzuverteilen.
Es wurde bis heute keine Lösung für die Schweizer Frage gefunden. Fremde Kräfte wie z.B. Muhammar Ghadaffi schlagen häufig vor, das Land an die Nachbarländer aufzuteilen, Tessin zu Italien usw., aber das kann es doch nicht sein!
*("Ausländer" ist in der Schweiz ein negativ gefärbtes Wort, und steht für
den Immigranten, nicht mehr für Durchreisende.)
SCHWEIZER INTELLIGENZIA
Alle Schweizer können lesen und schreiben. Manche tun es sogar.Die Bevölkerung ist nicht politkinteressiert oder gar intellektuell. Es gibt dazwischen zwar ein paar "Intellektuelle", doch die verlieren sich in Themen wie Feminismus, Islam, oder andere ach so "brisante" gesellschaftliche
Themen, die eigentlich nur aufgeworfen werden, um die Gesellschaft zu spalten.
Die Schweiz ist identitätslos, überkultiviert, kraft- und willenlos wegen 2 Faktoren, zwischen denen sie zermürbt wird:
negat. Weibliches Wesen negat. Männliches Wesen
Materialismus, Behütung Autorität, Manipulation
oberflächliche Liebe UBS, FDP, Armee,
Starbucks, Apple, Google Klerus, Gerichte
Mobiltelefonie, SFDRS Amtsschimmel
Rein theoretisch wäre ein hoher Hang zur Intellektualität da, denn es herrscht damit ein lähmender doppelter Zwang zur Sinnfrage: Einerseits weil es uns zu schlecht geht (seelisch), andererseits, weil es uns zu gut geht (materiell). Aber die Intellektualität wird nicht gefördert, weil niemand daran
interessiert ist, dass die Gesellschaft überdacht oder gar verbessert würde.
GESCHICHTSKLITTERUNG
Die Geschichte von "Heidi" wird verwässert (tatsächlich war es ländliches Mädchen, das in der Stadt eine Ausbildung bekommen sollte, um gegen Spekulanten zu kämpfen - ein verzweifelter Kampf, der an anderen Orten der Welt brandaktuell heute noch ganz ähnlich stattfindet.) Gotthelfs (zwar fiktives) kapitalismuskritisches Werk "Martin Salander" wird unter den Tisch gekehrt usw. Entfremdung und Materialismus wurden von Jeremias Gotthelf schon 1830 vorausgesagt. Auch die Ereignisse rund um Tell wurden zurückgestutzt in der hiesigen Rezeption. Eigentlich war Tell
gewissermassen ein Widerstandskämpfer gegen den Imperialismus. Und heute gehen die Tellensöhne Hand in Hand mit der Hochfinanz! Die Depression und Entfremdung wurde von Schweizern erfunden. Es begann damit, dass wir uns als Söldner verkauften. Im Ausland wurde es den Schweizer Söldnern untersagt, bestimmte Lieder zu singen, weil sie so melancholisch machten, dass danach Selbstmorde wahrscheinlich wurden.
POLIZEISTAAT
Die angeblich neutrale Schweiz hetzte genauso wie andere Länder gegen den Kommunismus. Sie gaben das "Zivilverteidigungsbüchlein" heraus, das die Leute misstrauisch sogar ihren Nachbarn gegenüber machte. Der Staat, auf Anregung eines FDP-Politikers, legte Fichen an. Aber auch heute noch wird Überwachung und Registrierung bis zum Äussersten ausgenutzt. Auf der Autobahn ist eine grosse Kameraanlage - angeblich nur für LKW. Den Mordfall Eschenring nutzte man, um unter dem Vorwand der Mordaufklärung gleich noch das ganze Haus auszuspionieren. Bewohner wurden als Schwerkriminelle eingeschätzt oder haltlos fichiert unter Stichwörtern wie "Russenmafia". Post der Anwohner wurde geöffnet, verdeckte Ermittler strichen um das Haus usw. Ein Detektiv sandte Nachbarn der Ermordeten seltsame SMS. Beim Öffnen selbiger dringt eine manipulative Software ins Gerät: Die SIM-Karte wird ausgelesen, die Fotos kopiert, das Mikrofon scharf geschalten und zum Peilsender Die Polizei, Dein Freund und Helfer, bekommt beim McDonalds Gratiskaffee, dafür, dass sie nachts Präsenz um den Imbisstempel herum markieren. Und während die Polizisten fleissig markieren, wird dafür im nahen Bahnhof zum Beispiel Vandalismus betrieben.
ZUG Die Steuern sind sehr tief in Zug. Das zieht viele Grossfirmen an. So ist Zug voll mit Briefkastenfirmen (z.B. Transocean, die die Katastrophe im Golf von Mexiko verursacht hat). Der Zuger Trick heisst "gemischte Domizilgesellschaft". Mit diesem Steuerkniff geniessen Riesenkonzerne die Tiefststeuersätze für Briefkastenfirmen und dürfen eine Geschäftstätigkeit ausüben, solange der Anteil des Auslandsgeschäfts mindestens 80 % beträgt. Das Gros der im Ausland erzielten Erträge bleibt steuerfrei... Niemand weiss, wer hinter den Trusts steckt. Nur der Name des Trusts ist bekannt. Der Glencore-Personalbus wird von Fahrern der staatlichen Verkehrsbetriebe gefahren. Haut man im Vorbeilaufen einen der Fahrer des mit offener Tür wartenden Glencorebusses an, ob er kein schlechtes Gewissen hätte, so entgegnet er zumeist: "Wenn ichs nicht mache, machts ein anderer!" Bis vor kurzem fuhren die Glencore-Busse noch mit grossem Glencore-Schriftzug auf der Seite. Aber plötzlich entfernten sie den Schriftzug, und heute fahren die Busse unerkannt. Das Firmenschild am Hauptsitz wurde auch entfernt. Im Geheimniskrämern ist die Firma meisterlich: Klammheimlich geben sie in ihren Räumen Konzerte für ihre Mitarbeiter, laden Pink, Bryan Adams, Sting etc. ein, ohne irgendeinem anderen Bürger auch nur das Leiseste davon zu erzählen.
WER BESCHMUTZT HIER WIRKLICH DAS NEST?
Niemand protestiert, denn allen Bürgern ist eine panische Angst vor Destabilisierung eingeimpft. Wie im Grossen so im Kleinen?: Während die Monopolisten grob mit dem Land fuhrwerken und es als Spielball und Drehscheibe verwenden, hat der kleine Bürger schon Angst, zu husten. Sie denken, wenn die Neutralität gefährdet sei, würde die Infrastruktur sofort zusammenbrechen... Kritische Journalisten und Intellektuelle werden geschmäht und "Nestbeschmutzer" genannt:
- Fritz Platten - geschmäht, weil er Lenin das Leben gerettet hatte
- Hans A. Pestalozzi Buchautor "Auf die Bäume ihr Affen!" Verlor seine Arbeit, später Suizid
-Conrad Farner - er und seine Familie wurden bedroht
- Friedrich Glauser - jahrelang in der Psychiatrie gehalten
- Niklaus Meienberg - erhielt unzählige Hassbriefe, auch Exkremente in Konfitürengläsern ("Da haben sie weiteres Material zum Nestbeschmutzen") ("Geben Sie ihr Schweizerbillett züruck") Meienberg warnte vor dem drohenden Golfkrieg, aber damals nahm ihn keiner ernst. Sie sandten 2 Schläger, die ihn niederschlugen. Ein Auge war verletzt, er erholte sich nie mehr richtig, und brachte sich ein Jahr später um.
Fritz Platten (re.) Die Schweiz existiert nicht für die Menschen, sondern für das Geld!
GROSSLOGE "ALPINA" & Co.
1914 wurde der österreichische Erzherzog in Sarajewo ermordet, was den 1. Weltkrieg auslöste. Ein Freimaurer sagte in der "Revue internationale des Sociétés secrètes" bereits am 15. September 1912 voraus, dass der Erzherzog "auf den Stufen des Thrones sterben“ werde. Der erste Bundespräsident war Jonas Furrer, erwiesenermassen Freimauerer. Weitere Altbundesräte, die (erwiesenermassen!) Freimauerer und/oder Bilderberger waren/sind: - Druey Henry (Verfasser der CH-Verfassung) - Rucheunet Louis - Borel Eugene - Frey Herose Friedrich - Ruchet Marc Emil - Lachenal Adrien - Frey Emil - Favon Georges - Couchepin Pascal Unternehmer: - Zino Davidoff (Zigarrenfabrikant) - Theodor Tobler (Toblerone) - Philippe Suchard (Suchard-Schokolade) - Elie Ducommun (Bank CS) Wie in Amerika, fast alle Amerikanischen Präsidenten waren Freimaurer. S'Wixerland hat aber noch mehr mit den Jewnited States gemein. Es ist schwierig zu entlarven, wer heute unter den Politikern Freimaurer ist. Jedes mögliche Land könnte Freimauerer in der Regierung haben. Selbst verfeindete Länder. In den provisorischen Feldlogen des Weltkriegs trafen sich sogar Freimauerer-Generäle verfeindeter Truppen. Noch schwieriger ist es jeweils, herauszufinden, aus welcher Loge sie sind, aus einer harmlosen oder einer gefährlichen. Hans-Ulrich Helfer ist ebenfalls Freimaurer. Vermutlich weil er als Freimaurer im Heimlichtun geübt ist, arbeitete er jahrelang als Undercover-Polizist in der alten Hauptstadt. Dann gründete er seine eigene Nachrichtenagentur und wurde Chefredaktor der Zeitschrift "Sicherheitspolitik" Für sein Lebenswerk gewann er den Big Brother Award 2003 Der Schweizer Freimaurer Pierre Eugene du Simitiere gestaltete sowohl die Dollarnote als auch das grosse US-Siegel. Er schlug auch das amerikanische Staatsmotto vor, das verdächtig dem schweizerischen ähnelt: US: "Aus vielen Eins" CH: "Einer für alle, alle für einen" Diese Sprüche wurden als nobel und ritterlich aufgefasst, dabei wissen wir heute, was sie bedeuten: "Eine Regierung! Eine Währung!"
Schweizer und Amerikaner Münze
INTERNATIONALE BEZIEHUNGEN
Vieles geschieht in der Schweiz unter dem Deckmantel, gute "Internationale Beziehungen" wahren zu wollen. Nun muss man sich aber fragen, wie denn diese Internationalen Beziehungen aussehen. Beziehungen zu wem? Während des Vietnamkriegs stand in Schweizer Zeitungen zu lesen, dass die Schweiz sich im Zweifelsfalle wie ein westliches Land verhalten solle. Diese Vorschrift kam aus den USA und von den Freimaurern. Die internationale Geldwäsche läuft über die Schweiz. Wie funktioniert diese Geldwäsche?: Es werden Bankkonten von Ex-Bankkontoinhabern einfach nicht aufgelöst, oder Konten beschlagnahmt, und über diese läuft dann das Geld des internationalen Drogen-, Kinder- und Frauenhandels.
SCHWEIZER ARMEE
Trotz ihrer Neutalität hat die Schweiz natürlich eine Armee. Um sich selbst zu schützen, wie sie sagen. Während des ganzen letzten Jahrhunderts hat die Schweizer Armee aber nur Siege gegen das eigene Volk errungen: Indem sie Aufstände und Demonstrationen niederrang. Es ist eine Armee, um die Plutokratie zu schützen. Die Dienstmänner merken dabei nicht, wem sie wirklich dienen. Aber es macht dich zum Mann! Die Schweizer Armee ist Folklore - eine teure kollektive Illusion.
"(...) All ihr Tuble, ihr wo jedem Tubel nahmarschieret, schtönd emal id Schiissi und am Griff wos häd det ziender, wänn ihr nümme da sind dann vermisst eu nämli niemer (...)" Babyjail, "Tubel Trophy"
Der Handgriff "Tubal Cain"
Militärdienst ist in der Schweiz Pflicht und wird betrachtet wie ein fester Wert im Leben eines Erwachenwerdenden, ja sogar als nötig, um überhaupt erwachsen werden zu können - Natürlich und gottgegeben wie die ersten Zähne es sind, oder die Taufe, oder die Lehre, oder die Fahrprüfung. Die Rekrutenschule wird als etwas unbedingt Notwendiges betrachtet für die Entwicklung eines gesunden Erwachsenen. Um sich in neurotische Gesellschaften einzufügen, ist es nötig, dieselben Neurosen zu erwerben. Die Rekrutierung wird "Aushebung" (offiz. Begriff!) genannt. Aber was wird ausgehoben? Ein Grab für den Geist. Alle, die im Schweizer Militär gedient haben, romantisieren es hinterher. Sie sagen, sie hätten es gemocht. Aber das ist das Stockholmsyndrom. Ihre Beziehung zur Armee ist in Wahrheit sehr ambivalent: Wenn sie am Schwärmen sind und Du ihnen sagst: "Dann hattet ihr es ja schön" dann antworten sie: "Nein, sei froh, dass Du nicht gehen musstest." Aber wenn Du jetzt weiterfragst: "Sollte die Armee also nicht besser freiwillig sein?“ entgegenen sie dir: "Nein, dir hätte sie gut getan!" Ein sehr paradoxes Verhältnis! Woher kommt das? Die, die gedient haben, wurden gedemütigt und gefickt, aber um ihre Würde vor sich selbst zu bewahren, dürfen sie sich selber nicht eingestehen, dass sie gefickt wurden. Es ist wie mit der vergewaltigten Frau, die sich schämt, zur Polizei zu gehen. Wie mit dem Mädchen, das lacht, wenn ihm jemand einfach an die Busen fasst - weil es einfach keine andere Reaktion weiss als diese irrationale. Weil sie vor Verletztheit und Wut erstarrt. Es geht lange, bis sie überhaupt darüber sprechen kann, geschweige denn sich wehren. Und wie wir das schon bei den Freimaurern sahen: Jeder, der eine Initation erlebte, will dass alle anderen auch "da durch" müssen. Dass die anderen also auch leiden müssen. Es ist dasselbe wie mit der Beschneidung oder mit strenger Erziehung. Um die Armee zu rechtfertigen, sagen sie: Die Armee sei nützlich bei Naturkatastrophen wie Hochwassern. Meines Wissens braucht man um Sandsäcke zu füllen aber Schaufeln, nicht Gewehre! Es sei denn, sie brauchen die Gewehre, um die Anwohner zum Füllen der Sandsäcke zu zwingen, denn es wäre den melancholischen Schweizern zuzumuten, dass sie "ihr" Land gerne untergehen sehen würden.
GEHEIMARMEE
1999 wurde Dino Bellasi am Flughafen Kloten verhaftet und sie warfen ihm Unterschlagung vor. In seinem Haus fand man sehr viele Waffen. Bellasi gab zu, sie gekauft zu haben, um im Auftrag des Geheimdiensts eine Geheimarmee aufzubauen. Der Geheimdienstchef verneinte dies - natürlich, denn er ist ja Geheimdienstler. Weshalb begann dann trotzdem eine interne Untersuchung? Wenn Bellasi nur ein geistesgestörter Bluffer gewesen wäre, wieso hätte es dann eine Untersuchung gebraucht? Und wieso wurde der Geheimdienstchef entlassen - nach 20 Dienstjahren und nachdem man alle Verdächtigungen gegen ihn und den ganzen Geheimdienst fallengelassen hatte? Die Wahrheit ist wohl, dass es jetzt irgendwo eine zweite Geheimarmee gibt, die danach aufgebaut wurde, während man sich in Sicherheit wähnte nach der Zerschlagung der ersten.
BANKEN-ERPRESSERBANDE WENDET SICH GEGEN DEN STAAT
Jüngstes trauriges Beispiel: Die Schweizer Regierung darf den starken Franken zu wenig nutzen, denn die Banken wollen sich an den Zinsen der Staatsschulden dumm und dämlich verdienen. Überall in den nationalen Medien jammern sie alle über die negativen Auswirkungen des starken Franken auf die Schweizer Wirtschaft (hauptsächlich aber im Export) und wie schlimm das alles sei. In der Handelsschule und im KV habe ich im Fach Volkswirtschaftlehre (Finanzkreislauf usw.) aber gelernt, dass einem Staat nichts Besseres passieren kann als dies – es also sogar ein Segen ist. Nämlich: Ist die Landeswährung stark, kann der Staat einfach neues (mehr) Geld in den Kreislauf geben und der Wert der Währung kann so ganz einfach nach unten reguliert werden. Und was kann der Staat nun mit dem Geld machen? Natürlich primär seine Schulden bezahlen und so indirekt auch Staatsprojekte (z.B. NEAT) unterstützen, und somit auch viel Zinsen sparen. Warum der Staat dies nicht schon lange macht? Weil noch zu viele Hintermänner an den Zinsen von der Staatsverschuldung verdienen. Wir bräuchten dringen Massnahmen zur Senkung des horrenden Reichtums und zur Wiedererlangung unserer Würde. Aber der Kopf gibt es uns nichteinmal zu, die Frankenstärke zu mindern.
LEG DICH NICHT MIT DEN BANKSTERS AN!
So frei ist die Bankster-Schweiz, dass sie 1999 einem Student das Leben ruinierte, für die untenstehenden lächerlichen Graffitis: Ihm wurde dafür richtig der Prozess gemacht, dabei war nur minimaler Sachschaden entstanden, bzw. gar keiner (abwaschbarer Filzstift). Es ging aber nicht um den Sachschaden, sondern der Prozess war in Tat und Wahrheit politisch. Der Student hatte es gewagt, sich mit den Banken anzulegen. Weil er Geschichte studierte, stellten sie ihn dann als "Holocaustleugner" dar, das ganze Auditorium buhte ihn aus. Als er wieder zu Arbeiten begann, nutzen sie die Tatsache, dass er dort mit Kindern zu tun hatte (als Musiklehrer) und hängten ihm Missbrauch an. Schlussendlich kam er in die Psychiatrie. Der betreffende Mann lebt heute im peruanischen Exil
“Rationality belongs to the cool observer. But because of the stupidity of the average man, he follows not reason, but faith. And this naive faith requires necessary illusion, and emotionally potent oversimplifications, which are provided by the myth-maker to keep the ordinary person on course. It’s not the case, as the naive might think, that indoctrination is inconsistent with democracy. Rather, it is the essence of democracy." (Noam Chomsky, "Manufacturing Consent")
ES GIBT KEIN "LINKS" UND KEIN "RECHTS"!
In den meisten europäischen Ländern, auch in der Berner Puppenkiste, hat es sehr verschiedene Parteien: grüne, liberale, Sozialdemokraten, national-orientierte, christliche usw. Und alle sind schön auf einem Spektrum aufgereiht, das wie eine Linie erscheint, und ein "Links" und ein "Rechts" kennt und eine "Mitte". Dieses Spektrum mag vor 100 Jahren noch tauglich gewesen sein, inzwischen wurde der politische Diskurs aber viel mehrdimensionaler. Es ist also sicher nicht mehr linear.
BEWEISE FÜR DIE ILLINEARITÄT
- Nicht nur Rechtsextreme sind gegen Israel, sondern auch einige Linke. Während gemässigte Rechte Israel unterstützen. - Nationalisten hassen den Islam. während noch rechtere den Islam bisweilen mögen.
- Moderate Linke sind grün. Geht man weiter ins Grüne, gelangt man zum Ökofaschismus, der wiederum dem rechten Spektrum zugeordnet wird.
- Sowohl Links- als auch viele Rechtsextreme sind antikapitalistisch
- Rechte unterstützen Amerika, Rechtsextreme hassen es.
"Wir sind so weit links, dass wir schon wieder rechts sind." Josef Goebbels
Ein weiteres Beispiel: Europäische Länder müssen sich für oder gegen den EU-Betritt entscheiden, die Personen und Warenfreizügigkeit über die Grenzen hinweg will. Linke wollen das meist. Neoliberale aber auch. Rechte lehnen es meist ab. Aber einige reiche rechte Parteimitglieder unterstützen es dennoch - weil es ihnen billige Arbeitskräfte bringt. Ich begreife also manchmal nicht, wieso es so selbstverständlich ist, dass man als „Linker“ die EU unterstützt. Sind die Nationalstaaten nicht ein letztes Bollwerk gegen den internationalen Kapitalismus? Sollte man sie nicht noch bestehen lassen? Europa ist nicht die EU, Europa gibt es auch ohne Brüssel.
VETTERNWIRTSCHAFT
So oder so: Ein lineares Parteienspekturm ist ungeeignet, die Realität abzubilden - wird aber immer noch verwendet. Weil die Parteien gar kein Interesse daran haben, die Realität abzubilden, geschweige denn sie verändern zu wollen. Sie "lösen" nur momentane Probleme. Es fehlt ihnen jeglicher plastische Plan für die Zukunft. Die Politiker der gegnerischen Parteien kennen einander untereinander, genauso wie viele Anwälte der Gegenseite vor Gericht einander kennen. Nun kann man sich ausrechnen, wie der Prozess verläuft... Er wird gegenseitig in die Länge gezogen, dass es schön viel kostet. Richtige Wahrheit ist nicht zurechtgebogen, sondern hervorgeschürft! Und man verdient nicht daran! Man kassiert nicht ohne einen Streich zu tun 30000 Franken im Monat, dafür, dass man die Wahrheit sagt. Ist die Wahrheit beliebt? Ist die Tugend beliebt? Politk ist wie ein Hobby. Es spielt keine Rolle, wer im Bundeshaus sitzt. Hauptsache die Ruhm-Maschine, der Bauchpinselungs-Apparat generiert Ruhm und Sitzungsgelder.
VORWÄRTS STATT IM KREIS!"
Täuschende Schweizer Demokratie: Unter diesen Umständen sind Wahlen heutzutage kaum mehr als eine Art Punch-and-Judy-Show, in der Kinder atemlos dem kühnen Punch zusehen, wie er das böse Krokodil bekämpft, nicht ahnend, dass beide Figuren von ein und derselben Person hinter dem Fernsehschirm manipuliert werden. Es macht kaum einen Unterschied, ob man für einen Sozialisten, einen Christ-Demokraten oder einen liberalen Gesetzesmacher stimmt, da alle drei im Prinzip dieselbe Politik im Parlament unterstützen. Eine echte linke Opposition zu dem System existiert nicht mehr." Dr. Jürgen Graf
Möbiusband von M.C. Escher Die politische Bandbreite ist also keine Gerade, auf der es etwa ein links oder rechts gibt, sondern eher so etwas wie ein Möbiusband. Woran kann man sich noch orientieren? Spieler von "Links" und "Recht"-Aussen müssten im Zangenangriff Sturm gegen das Tor laufen. Alles andere führt nur im Kreis wie ein Karussel!
WIE WÄHLEN UND STIMMEN?
Übrigens hat uns nie jemand gesagt, wie man wählen soll. Wie Wählen und Stimmen? Das, was einem selbst dient, oder das, wovon man denkt, dass es dem Land dient? Spielt keine Rolle, Hauptsache es ist gestimmt und gewählt! Es ist sogar eine Bürgerpflicht! Wenn ein Fussballspiel bevorsteht, und jemand fragt Dich: "Für wen bist Du?", dann heisst das: "Mit wem sympathisierst Du?" Nun verstehen aber viele die Frage heute fälschlicherweise als: "Wer denkst du, wird gewinnen?" - Viele Menschen können die beiden Fragen gar nicht mehr unterscheiden!! Manche wählen "die Partei, die gewinnen wird" - Dies ist unsere verknorzte Denkweise - aber sie entspricht total der Markt-"Ethik" ("Die gefragtesten Dinge, sind am gerechtfertigtsten") All unsere Denkweisen sind auf diese Art gepolt, und häufig ist der Sieger nur ein Sieger, weil viele denken, dass er es sei...
WUNSCH ODER BEDÜRFNIS?
Der politische Prozess drehte sich einst darum, das rationale, kritische Denken der Menschen anzusprechen (Man erinnere sich an Lincolns sehr differenzierte und ausgedehnte Reden!) und zu überzeugen, um den gesellschaftlichen Bedürfnissen entgegenzukommen. Aber dann wurde der Gross-Enkel Freuds PR-Berater... PR-Profis entdeckten die Psychoanalyse und konnten nun tiefste sexuelle menschliche Wünsche analysieren. Spin-Doctors und Politiker begannen, an irrationale, primitive Impulse zu appellieren, im grossen Stil nutzen Politik und Wirtschaft psychologische Techniken, um unsere Wünsche zu lesen und zu erfüllen, um Produkte und Reden möglichst gefällig für uns zu machen.
"We must shift America from a needs- to a desires-culture. People must be trained to desire, to want new things, even before the old have been entirely consumed. Man's desires must overshadow his needs." Paul Mazer (Lehman Brothers)
Alle politischen Strömungen besitzen Wahrheit, die sie hochhalten. Andererseits müssen alle politischen Strömungen Teile der Wahrheit ausblenden. Man hat Angst vor der Wahrheit des Gegners. Weshalb gründet man nicht einmal eine ganzheitliche Partei, die sich an möglichst allgemeingültigen Wahrheiten orientiert? Nicht einer hat ein Interesse daran! Alle!
EINE AUSSENANSICHT
"Ich konnte alles hautnah selbst erleben, nicht nur theoretisch. Den real existierenden Kapitalismus. Ich sah die kapitalistische Produktionsweise, den kapitalistischen Alltag. Die Medien sind sehr präsent. Aber es ist nicht direkt Propaganda im eigentlichen Sinn des Wortes. Vielleicht hat es nur an meinem eigenen Heimweh gelegen, aber ich spürte unter den Schweizern das konstante Gefühl des Nicht-Zuhause-Seins, einer Art geistigen Unbehaustheit. Und auch einer wortwörtlichen Unbehaustheit: Die Leute zahlen Geld an diese Firmenklüngel, z.B. Versicherungenskonzerne, und diese investieren dann in Wohnblocks, sanieren sie. Und die Häuser werden teurer, somit bezahlt der Arbeiter auch noch dafür, dass man ihm seinen Lebensraum nimmt, nicht nur geistig, auch unmittelbar räumlich." Kein Wunder: Nahezu das gesamte Leben der Bürger wird kommerziell verwertet: Reisen, Lifestyle, Erlebnisgastronomie und Eventmarketing, Themenparks, Themenwanderwege... So wird der Mensch zum Konsumenten seines eigenen Lebens. Ökonomische Logik dringt sogar in Freundschaften und Partnerschaften, alles gilt strikt quid pro quo! Markennamen sind das einzige, was dem Leben im Kapitalismus noch Bedeutung verleiht. Der Nike-Haken, genannt "Swoosh", ist das meisttätowierte Symbol in den USA... Kapitalismus bedeutet: Alle Menschen dieselben Fehler immer und immer wieder wiederholen zu lassen, und dafür auch noch Dividenden zu zahlen. Zirkelschlüsse und Nullsummenspiele kennzeichnen den modernen Kapitalismus. Die Bürger sind im Vakuum der Geldlogik gefangen, die
Edward Hopper Konzerne und Medien stillen unseren Hunger nach Starruhm und (hohler) Bedeutung. "Eine grosse Marke gibt einer Erfahrung grössere Bedeutung, gleichgültig ob es darum geht, in Sport und Fitness sein Bestes zu geben, oder darum, dass die Tasse Kaffee, die man trinkt, wirklich wichtig ist." Scott Bedbury (Marketingchef Nike/Starbucks) MACHT DER KONZERNE Die Werbung der Konzerne dringt immer tiefer, subtiler, organischer in unser Leben. Werber geben sich nicht mehr damit zufrieden, dass Kinderschauspieler in einer Fernsehreklame Cola trinken, sondern Schüler sollen im Deutschunterricht ein Brainstorming für Coca Colas nächste Werbekampagne durchführen. Auch Google hat Wettbewerbe für Schulklassen ausgeschrieben, "Doodles" zu gestalten (Google-Schriftzüge). In Kinofilmen werden nicht mehr nur Schleichwerbungen für die Marken eingebaut, sondern die Filme selbst werden immer mehr als Marken begriffen (Die Indiana Jones-"Franchise" usw.) Die Wirtschaft kauft immer mehr öffentlichen Raum auf, neben Schulen werden auch sogar Forschungseinrichtungen infiltriert: "Yahoo Chair of Information Systems Technology", "Taco Bell disinguished Professor of Hotel and Restaurant Administration" usw. Nike und Disney organisieren Ferien, haben Kreuzfahrtschiffe, oder sogar eigene Inseln. Disney gründete die "Anaheim Ducks" (Angelehnt an den Hockeyfilm "The Mighty Ducks"). Ihre Heimspiele tragen sie im "Honda Center"-Stadion aus.
Schloss Buonas - verschachert an Roche Disney besitzt sogar schon eine eigene Stadt, "Celebration", Florida. Der ironische Gipfel der Dekadenz: Die Stadt ist selber ziemlich markenfrei. Celebration ist die verklärte Vorstellung eines lebenswerten Amerikas aus der Vergangenheit, aus der Zeit vor den Einkaufszentren, Freizeitparks und der Massenkommerzialisierung - aus der Zeit vor Disney! Die 2500-Einwohner-Stadt Cashmere in Washington wurde vom ortsansässigen Süssigkeitenhersteller Liberty Orchard sogar erpresst. Man werde wegziehen, wenn man nicht Werbetafeln an der Hauptstrasse bekäme, bestimmte Strassen umbenannt würden usw.
VOLITION
Wie wird unser Wille gebildet (Volition)? Moderne Läden sind begehbare Umgebungen, Räume geleiteter Wahrnehmung und Betrachtung. Wollen wir also wirklich, was wir wollen? Wünsche kommen von Aussen, werden dem Konsumenten - teils über lange Zeiträume - eingepflanzt. Es ist ein unsichtbarer Kollektivwillen, der unsere Anschaffungen diktiert. Wenn heute zwei Personen miteinander sprechen, dann machen Worte gerade mal noch 7 % der Kommunikation aus. Das meiste sind Bilder und Gefühle durch Werbungen und Reklamen. Wenn Du in diesem System alleine bist, keine Freunde, keine Freundin, keinen Beruf hast, wenn Du ganz am Boden bist, dann bist Du wirklich frei, und weisst, was Freiheit wirklich ist... Im sozialen Tod „darfst“ Du wirklich alle Entscheidungen selbst treffen. Im sozialen Tod merkte ich, dass das alleinige Entscheiden gar nicht so einfach ist, weil plötzlich die Luft draussen ist: Ohne sein Umfeld hat man plötzlich keine Entschlossenheit mehr. Ich weiss es, denn ich bin über ein Jahrzehnt tief in mich hineingetaucht, und habe merken müssen, dass es so etwas wie eine Persönlichkeit gar nicht gibt, bzw. dass sie nur eine Illusion ist - Es gibt keinen anderen, es ist alles eins. Du kannst in Dir selber nämlich nichts finden. Du kannst nicht auf dem Boden von dir selbst sehen: "Aha, ich bin eine Datatypistin." Sicher gibt es Talente und Veranlagungen, aber nur sehr unkonkret. Wenn deine Denkweise auf dem Weg dazu ist, so ganzheitlich zu werden, hast Du anfangs also fast gar keinen Willen mehr. Das ist beängstigend und deprimierend (Kein Wille = Kein Antrieb). Paradoxerweise ist in den heutigen Lebensumständen Abgeschiedenheit notwendig, um Einheit zu erlangen, bzw. man wird automatisch einsam, sobald man Einheit sucht (Was ist das für eine Gesellschaft, wo jede Suche nach Einheit zur Vereinzelung führt?)
Aber wenn Du viele Freunde hast, kommt viel von "deinem" Willen aus deren Willen. Viele Fragen, denen man alleine gegenüberstehen würde, stellen sich jetzt gar nicht. Die sozialen Strömungen bestimmen. Sicher ist das nicht a priori schlecht. Wir sind ja soziale Wesen, wie die Ameisen, die auf rätselhafte Weise sterben, wenn sie zu lange allein. Das Problematische ist bloss, dass es Institutionen gibt, die diese gesellschaftlichen Willensbildungsmechanismen kapern können, heute meist nicht zugunsten der Einheit, sondern um Keile zwischen die Strömungen zu treiben, und aus der Reibung dazwischen Profit ziehen zu können (Statussymbole im weitesten Sinn). Durch die Jugendwerbung lässt man die Jugendlichen sich von der Gesellschaft abspalten, nun brauchen sie ihre ganz eigenen Produkte usw. Das Status-Zeichen, hinter dem nichts mehr steht, ist das ultimative Zeichen, der Herrensignifikant. Doch die Logos sind nicht selbst der Fetisch, sie verweisen - als ein allgemeines Problem der Sprache - auf den "grossen Anderen", da sie die Lücke zwischen ihm und den Bedeutungsketten (der Sprache) wieder besetzen. Der eigentliche Fetisch ist also: Sein wollen wie "der grosse Andere", d.h. der Bessere, der Stärkere, der Reichere, der Mächtigere. In einem korrumpierten System stützt diese ferngesteuerte Art der Willensbildung demnach nur die herrschenden Zustände.
HOLOZID GEGEN DIE SCHWACHEN
Es findet ein riesiger Holozid gegen die "Schwachen" statt, die das wirtschaftliche Tempo nicht mehr mitmachen und die Kälte nicht aushalten können. In Südkorea beispielsweise hat sich innert zehn Jahren die Selbstmordrate verdoppelt, parallel mit dem Aufkommen der Segnungen des Neoliberalismus. Alles dreht sich nur noch um wirtschaftlichen Erfolg und ist auf Wettbewerb ausgerichtet, die Südkoreaner haben die traditionellen Werte aus den Augen verloren. Aus einer kollektiven Gesellschaft sind Einzelkämpfer geworden. So viel Hass und Segregation und Zersiedlung: Kinder kommen in die Schule, Arbeitende in die Fabriken, Arbeitslose auf die Strasse, Kranke in die Spitäler, Alte ins Altersheim. Eine fragmentierte Gesellschaft, und die einzelnen Gesellschaftsgruppen bekämpfen einander auch noch gegenseitig. Theoretisch herrscht Chancengleichheit, aber praktisch werden z.B. Afroamerikaner und Menschen aus tiefen sozialen Schichten nach wie vor unterdrückt. "Intelligenz" ist eine Verschwörung, da ihre Erweckung auch von den Umständen des sozialen Umfelds abhängt - sie muss erkannt und anerkannt werden. Es ist nach wie vor wenigen Leuten bekannt, dass ein Afroamerikaner beispielsweise die Ampeln erfunden hat. Stattdessen verbreitet man bei der CIA lieber ein gefälschtes "Black Panther"-Malbuch mit Gewaltdarstellungen, um Afroamerikaner zum diskriminieren.
Nicht verwunderlich, dass wir permanent auf der Flucht sind (Und trotzdem nicht vorwärtskommen). Wir haben schnellere Transportmittel (trotzdem stehen wir die Hälfte der Zeit im Stau.) Wir haben dutzende Kommunikationsmittel, aber sind nicht entsprechend besser erreichbar (Facebook scheint uns zu einen, trennt uns aber). Die Geschwindigkeit, in der etwas geschieht, kann die Natur des Geschehnisses ändern. Es ist ein System, das das Individuum gegen die Gesellschaft stellt. In einem Test wurden verschiedene Generationen mit folgender Aussage konfrontiert: "Ich muss mir in dieser Welt nehmen, was ich kriegen kann, denn niemand wird mir etwas schenken". Von der Generation der "Reifen" (1909-45) bejahten erst 1/3, von den Babyboomern (1946-64) 1/2, von der Generation X (ab 1965) schon 2/3.
Du übernimmst die brutaldarwinistische Denkweise der Konzerne, die für Deine soziale Unsicherheit überhaupt erst verantwortlich sind, und wirst ebenfalls härter, gieriger und zielbewusster - "just do it". Aber was ist, wenn jemand NICHT der nächste Branson oder Gates werden möchte? Warum sollte so jemand sich noch für die Konzerne engagieren, die sich ja ihrerseits auch von ihm losgesagt haben? Dass es keine Identifikation mit dem Arbeitgeber mehr gibt, weiss jeder, der schon mal 15 Minuten nach Ladenschluss in einem Einkaufszentrum war, und die Schlange der Niedriglohnverkäufer gesehen hat, die mit geöffneten Taschen und Rucksäcken anstehen um sich filzen zu lassen. Schon 1998 wurden 42,7 % der Waren im US-Einzelhandel von Angestellten entwendet... Man ist nun also isoliert, in die Enge getrieben, und kann sich auf niemanden mehr verlassen.
FLUCHT ZWECKLOS
Aber wohin sollte man flüchten? Im Kapitalismus sind sogar die Aussteigerpläne vorprogrammiert - Freiheit ist: Mit einem roten Cabriolet durch Sonnenblumenfelder fahren. Das ist in etwa das Bild, das uns durch die Werbung eingeprägt hat. Lustigerweise scheint Freiheit immer einen Ortswechsel zu bedingen. Kann man denn nicht an Ort und Stelle frei sein? Die Wahrheit ist, dass wir bereits frei sind (auf eine Art). Es ist die Freiheit im Freiheitsverständnis des Neoliberalismus: Die Freiheit, nicht zu arbeiten und mit der absoluten Sinnlosigkeit konfrontiert zu sein, die Freiheit, ledig zu vereinsamen, die Freiheit, die sagt: "Du könntest, du könntest aber auch nicht, es ist mir eigentlich egal, was du tust, und ob es dich überhaupt gibt." Viele Menschen sind auf der Arbeit glücklicher als in ihrer Freizeit - Nicht weil sie ihre Arbeit so sehr liebten, sondern einfach weil sie nicht wissen, was sie mit ihrer Musse tun sollen.
ABULIE UND RESIGNATION
Im neoliberalimusverherrlichenden Propagandafilm "Free To Choose" jubelt der Schauspieler Arnold Schwarzenegger "You are free to choose". Wenn Du in einen heutigen Laden gehst, hast Du die Qual der Wahl. Abulie, Entscheidungslähmung ist die Folge. "Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, noch um euren Körper, wie ihr euch kleiden sollt. (...) Beobachtet die Feldblumen, wie sie wachsen; sie mühen sich nicht und sie spinnen nicht. Aber ich sage euch, selbst Salomon in all seiner Herrlichkeit war nicht so bekleidet wie eine von diesen. Wenn aber Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, nicht viel mehr euch, Kleingläubige?" Lukas 12,22 Während des afrikanischen Apartheidregimes musste man, um gleichgültige Untertanen zu bekommen, noch plump die Droge Mandrax in grossem Stil unter die Leute bringen, auch um Aufstände in den Townships zu verhindern. Die heutige Sucht nach Emulgatoren und PCB wirkt dagegen wesentlich subtiler (u.a. über eine Schwächung des männlichen Testosterons). Letztlich spielt es also keine Rolle, welches Produkt man kauft (nur die Etiketten sind verschieden), alle beeinhalten diese Emulgatoren. Politisch geschieht interessanterweise etwas ganz Ähnliches: Vordergründig scheint man die Wahl zu haben, aber eigentlich steht jede Partei für dasselbe.
MARKTFORSCHUNG UND POLITISCHE PR
Die Regierung analysiert die Stimmung der Bevölkerung über die "Marktforschung". Manchmal ist in seitenlangen Fragebögen nur eine einzige Frage relevant für sie (irgendwo versteckt zwischen unverfänglichen Markenfragen, die deine Meinung zu einer politischen Sachfrage offenbart). Die Marken-Abulie wird gefördert, weil sie auch politisch zu einer Orientierungslosigkeit führt, die das gegenwärtige System stützt. Nicht nur macht die Regierung Werbung, sondern umgekehrt machen auch die Werber Politik, bestimmen sie massgeblich mit. Marketing kann in diesem Land sogar an Universitäten studiert werden!!!
ABLENKUNGSTAKTIK
Das öffentliche Bewusstsein im Kapitalismus wird sehr stark auf kleine und mittlere Probleme und Detailfragen fixiert: Übergewicht, Stottern, Akne. Alle Leute haben ein Problemchen, da verleugnen wir doch lieber das Hauptproblem, den eigentlichen Schaden, den die Gesellschaft als Ganzes hat. Und wenn einer nach der Sendung noch stottert, ist er einfach selber schuld...
MENSCHLICHES AUSSCHUSSMATERIAL
Die SVP ist dagegen, dass Betriebe eine Mindestquote von IV-Rentnern eingliedern müssen... Da frage ich mich: „Gibt es also doch wirkliche Invalide?“ Ansonsten ist auf den SVP-Plakaten ja immer nur die Rede von Scheininvaliden... Das neoliberale System schliesst 25 - 60 % der Bevölkerung kategorisch aus. Wenn eine so selektive Gesellschaft geformt wird, quillt immer ein bisschen Teig unter der Form hindurch. Und dieser Teig beginnt jetzt langsam zu gären.
JOKE JOBS
Ich musste Webseiten gestalten, die nie online gingen! Ich hatte auch schon einen Ctrl+C/Ctrl+V-Praktikantenjob, bei dem ich herumsitzen und wochenlang für schleierhafte Zwecke Adressen aus Telefonverzeichnissen rauskopieren sollte, die Abteilungsleiterin teilte mir keine richtige Arbeit zu, ausser den Büroboden aufnehmen konnte ich wenigstens, und die Pflanzen giessen. Boreout, bis ich eines Tages daran zerbrach. Schlussendlich wusste ich nichtmal ob das "Mobbing" hätte gewesen sein sollen, oder ob es üblich ist. Ich klagte nicht - Die Gerechtigkeit eines Gerichts ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Die meiste Arbeit ist geisttötende. Selbst die "geistige" Arbeit kann im Kapitalismus geisttötend sein, ein Strassenwischer hat wesentlich mehr Freiraum zum Denken, kann seine eigenen Gedanken machen, statt die schädlichen Gedankengänge und Arbeitsabläufe eines Industriellenbüros nachvollziehen zu müssen.
HEADHUNTER UND FREELANCER
Es gibt gefälschte Headhunter-Firmen (Das ganze Büro ist gefälscht, sogar die Familienfotos auf dem Tisch!), die „hohe Tiere“ mit Stellenangeboten ködern, um sie dann am fingierten Vorstellungsgespräch auszuhorchen Die Stelle gibt es nicht, das Personalbüro ist nur gemietet, das Familienfoto auf dem Tisch gefälscht. Alles, um an Insider-lnformationen der Konkurrenz zu gelangen. Das Wort "Headhunter" bedeutet nicht wie oft angenommen "Kopfgeldjäger". Gemeint sind vielmehr die "Kopfjäger", z.B. auf Borneo, die Köpfe abhacken und sammeln... Und das Wort Freelancer stammt aus der Zeit, als man „Lanzknechte“ für Schlachten mieten konnte.
POSTINDUSTRIALISIERUNG
Der Westen wird immer mehr zur postindustriellen Gesellschaft, er stellt selber nicht mehr viel her. Die letzten Fabriken, die noch in den USA und Europa geblieben sind, setzen ihre Arbeiter mit der Drohung des Arbeitsplatzexports unter Druck. Manchmal bringt man - um Psychoterror auszuüben - Versandaufkleber mit einer chinesischen Adresse an den Ausrüstungsgegenständen der Fabrik an, oder hängt eine Landkarte auf, auf der ein Pfeil Richtung Arbeitsplatzexportland zeigt. All die grossen Schweizer Firmen sind mittlerweile zerschlagen: Revox, Feldschlösschen, Victorinox und Ruag können nur noch überleben, indem sie sich Staat und Armee anbiedern, zum Teil sogar ausländischen Armeen. Ruag-Munitionskisten wurden in Lybien gefunden, die Pilatus-Flugwerke exportierten bombenfähige Flugzeuge in Kriegsgebiete usw.
WERBUNG WIRD UNSICHTBAR
Einmal hatte ich die Idee, Webseitenbetreibern die Rechtschreibkorrektur ihrer Seiten anzubieten. Mit Stichproben warb ich - und stiess auf viel Resonanz: Ich bekam gehässige Mails. Aber die allgegenwärtige Werbung von Starbucks & Co. stört niemanden. Wir bieten ihnen geradezu an, unsere Gehirne zu ficken. Man bräuchte eine Werbung, so gross, dass niemand mehr erkennt, dass es eine Werbung ist. Der Grosse hat das Recht zu werben, denn er muss noch grösser werden. Daewoo heuerte 2000 Studenten als "Street Distributers" an, die ihren Freunden ganz kollegial ein Auto aufschwatzen sollten, Werbung wird immer subtiler. Guerillawerbung wird im Alltag versteckt, ein Hotelportier soll Päckchen eines Versandhauses neben sich hinstellen usw. Webseiten werden von "Content Developpern" geschrieben, diese Inhaltsentwickler haben die Aufgabe, redaktionelle Texte zu verfassen, die für die Anzeigen der Markenfirmen einen ansprechenden Rahmen ergeben. Z.B. für eine schein-neutrale Computerseite einen Artikel über Datenarchivierung, dessen Zweck letztlich das Anpreisen von Dell-Festplatten ist.
TEUFELSKREIS DER NICHTIGKEITEN
Eines lehrt die Firmen das Fürchten: Die vereinte Konsumentenmacht. Deshalb wollen sie diese schmälern, auch mit langfristigen, subtilen Mitteln. Sie implizieren dem Konsument, was eine "Philosophie der Nichtigkeiten" (bzw. "Sinnlosigkeit"/"Vergeblichkeit", engl. "Philosophy of futility" genannt wird. Man will damit unsere Aufmerksamkeit auf die unbedeutenden Dinge im Leben richten, z.B. auf die modischen Konsumausgaben, den Konsum zum Zeitvertreib. (Der Drang, dies zu tun, wird erst recht auch durch die Monotonität im Arbeitsalltag angeheizt, zu deren Ausgleich wir dann wieder viel Mode nötig haben, weil dem Alltag ebenjene Schönheit fehlt.) Sie schaffen diverseste künstliche Bedürfnisse, sprengen die kollektive Macht der Kunden. Der Kunde bemerkt die Falle nicht, und nimmt die Mode dankend an, denn er will ausmalen, was leer ist – Angst vor der Leere. Horror Vacui.
TEILE UND HERRSCHE!
Margreth Thatcher sah sich einst mit widerspenstigen Demokraten konfrontiert, die oft in Wohlfahrtswohnungen wohnten. Sie veranlasste, dass die Linkswähler die Wohnungen billig kaufen konnten. So wurden die Demokraten zu Republikanern! Das Ziel ist es, Individuen zu haben, die total voneinander separiert sind. Individuen, deren Wertmasstab so ist, dass ihr Selbstverständis und Selbstwertgefühl hauptsächlich von einer Frage abhängt: "Wieviele Wünsche kann ich befriedigen?" Ein Teufelskreis, denn der Wunsch nach neuen Konsumgütern führt wiederum zu mehr Industrie, und mehr Industrie wiederum zu mehr Konsum...
LUXUSBETTLER
Ich traf einmal eine rundliche Frau in der Nähe des Bahnhofs, sie stellte sich mir in den Weg und radebrechte: "Ganze Familie arm, Wohnung rausgeworfen, kein Geld müssen Miete bezahlen" Ich gab ihr eine Handvoll Münz. Wortlos starrte sie mich an: "Aber das sind fumf Franken, das reicht für einen Kaffee..." (Andere Leute singen den ganzen Tag und bekommen nur ein paar Rappen!) Ich ging weiter ohne Worte, und mir wurde bewusst, dass sie Einkaufstaschen in der Hand gehabt hatte...
GESCHICHTE DES MARKETING
In den ersten Marketingkampagnen (für die damals noch neuen Autos, Telefone und Glühlampen) ab der Hälfte des 19. Jahrhunderts ging es wirklich noch um die Produkte an sich. Namen und Images waren noch unwichtig. Der Wettbewerb durch Markenartikel wurde aber später eine Notwendigkeit, weil der Markt voll mit einheitlichen Massenprodukten war. Aufgrund der fabrikmässigen Gleichheit musste eine auf dem Image beruhende Verschiedenheit erfunden werden. Ausserdem wurden sympathische Werbemaskottchen zur Schnittstelle zwischen Produkt und Kunde, da es nun keinen Krämer mehr gab, der das Mehl abwog und eintütete. Der legendäre Werbeagent Bruce Barton missbrauchte - als Pfarrersohn - religiöse Begriffe für seine Zwecke: "Werbung ist für mich etwas Grosses, Herrliches, etwas, das tief in eine Institution eindringt und ihre Seele ergreift" Auf Kleidern sah man früher nur selten sichtbare Logos, höchstens auf Golfplätzen. Mitte der 70er brach Izod Lacostes Alligator dann aus dem Golfplatz aus und eroberte die Strasse. Diese Entwicklung ging so weit, dass heute ein Tommy Hilfiger schon gar keine Kleider mehr herstellt, sondern quasi nur noch signiert (Jockey produziert in Wirklichkeit die Unterwäsche, Oxford Industries die Hemden usw.) Der Alligator hat sich erhoben und das reale Hemd geschluckt, das nur noch als sein Vehikel fungiert. Mitte 80er wurde von Managementtheoretikern die Idee entwickelt, wonach erfolgreiche Unternehmen keine Produkte mehr herstellen sollten, sondern Marken. Das eigentlich "Produkt" ist nicht der Schuh, sondern sein Image. Unternehmen des neuen Stils betrachteten sich fortan als "Sinnvermittler" und es wurden keine Waren mehr präsentiert, sondern Ideen. Nikes Mission etwa besteht darin "Das Leben der Menschen durch Sport und Fitness zu verbessern" und "den Zauber des Sports am Leben zu erhalten“. Swatch geht es nicht um Uhren, sondern um „die Idee der Zeit“. IBM verkauft keine Computer, sondern "Computerlösungen" für Unternehmungen. Die reinsten Marken gibt es heute im Internet: Sie existieren - vollkommen befreit von der realen Welt - als kollektive Fantasien. Firmen wie Sekten: Sie hausen in Monumentalbauten, haben eine lückenlose Designkonsistenz mitsamt Firmenhymnen, ihre CEOs treten wie Superstars auf. Ihre Leitbilder sind esoterisch angehaucht und sie haben bizarre Begriffe für ihre Angestellten (Barista, Partner, Mannschaftsmitglieder..) Marketing ist zu unheimlich vielem fähig: Mc Donald's bringt es mit seinem brillianten Marketing beispielsweise fertig, kleine Kinder anzusprechen, ohne dass dies die Jugendlichen abstösst, und Jugendliche anzuziehen, ohne dass Eltern und Grosseltern mit ihren Kleinkindern sich unwohl fühlen.
KULTURMARKETING
Die Deregulierungs und Privatisierungspolitik der 80er gab den Konzernen Aufwind bei ihren Eroberungsfeldzügen: Steuersenkungen liessen den öffentlichen Sektor ausbluten, Schulen, Museen usw. waren nun auf Werbepartnerschaften angewiesen. Mitte der 90er waren die Marketingprofis dann bereit für die nächste Stufe: Nicht mehr nur den eigenen Produkten das Logo aufdrücken, sondern auch der Kultur. Sie sponserten kulturelle Veranstaltungen und beanspruchten damit Teile der Kulturwelt als Brückenköpfe für ihren Markennamen. Sie haben einen unbändigen Hunger nach kulturellen Ideen und Metaphern, die sie aufsaugen und als Markenerweiterung wieder in die Kultur zurückspeien. Firmenlogos sind inzwischen so etwas wie eine Weltsprache geworden und man versteht sich grenzenlos über Marken, Sitcoms, Werbespots. Ein Mathebuch in den USA war gespickt mit Markenartikeln, die Schüler mussten z.B. den Durchmesser eines Oreo-Kekses ausmessen. Elternvertreter stiegen auf die Barrikaden und waren empört über die "Werbung". Aber es war keine Werbung, sondern die Autoren rechtfertigten sich, man habe den Schüler mit Bezügen aus seiner eigenen Lebenswelt ansprechen wollen, damit er merkt: "Hey, Mathe gibt es wirklich!"
PUBERTÄT - NEU AUCH FÜR ERWACHSENE UND KINDER
Lange Zeit lebten diese Industrien von den Hippies und Yuppies. Um 1992 stieg die Zahl der Teenager in den USA an, und es fand ein Umdenken statt. Um die minderjährige demografische Gruppe zu erreichen, muss man sich ein cooles Image zulegen. Die quälenden Zweifel der Adoleszenz sind damit zur Millionen-Dollar-Frage unseres Zeitalters geworden: "Bin ich cool?" Jugendmarketing ist immer wichtiger geworden, denn gerade heute gibt es global gesehen überproportional viele Teenager (oft aufgrund von Kriegen oder niedriger Lebenserwartung). In Chinas armen Familien werden zwar wenig Konsumgüter verbraucht, aber es herrscht das "Kleiner Kaiser"-Phänomen, auch bekannt als "4:2:1-Phänomen": 4 Grosseltern und 2 Eltern sparen, damit aus ihrem (männlichen) Kind ein MTV-Klon werden kann. Die Konzerne müssen Traditionen bekämpfen, und das Bild von DEM Teenager festigen und rebellisch konnotieren, womit sie einen Keil zwischen Generationen treiben, gerade damit die Jugendlichen sich eingeengt fühlen. In einer koreanischen Diesel-Werbung nehmen sich Jugendliche das Leben und verwandeln sich in Vögel - sie finden die Freiheit in der Marke.
HOMOGENISIERUNG
Als sich die Märkte zusehends global öffneten, sah man sich mit einem Problem konfrontiert: Soll man die Werbung auf jedes Land individuell zuschneiden (teuer), oder allen Ländern dieselben amerikanischen Stereotypen aufzwingen? Weder noch! Die Entdeckung der Vielfalt bot einen Ausweg aus dem Dilemma, Werbungen sind heute in einem preiswerten uniformen Multikulturalismus gehalten. Was für eine Ironie: Ausgerechnet Vielfalt ermöglicht die Homogenisierung!
EXPANSIONSHUNGER
Starbucks wendet die "Cannibalization"-Expansionsstrategie an: Man erobert zuerst ein Gebiet fertig, bevor man sich ans nächste Gebiet macht. Das Signal, dass man weiterziehen kann, ist erst gegeben, wenn ein Gebiet so stark mit Starbucks gesättigt ist, dass sogar die Umsätze in den eigenen Läden sinken!
ALDISIERUNG vs. MARKENWUCHER
Praktisch das Gegenteil der teuren Marken sind Ketten wie WalMart. Aufgrund riesigen Einkaufsvolumens kann WalMart Artikel zu Preisen verkaufen, die bisweilen sogar unter dem Einstand der Konkurrenz liegen. Strategie ist es, Amerika mit "Clustern" billiger Läden zu überziehen. An billiger Lage, wo sie nur mit dem Auto zu erreichen sind, über Strassen ohne Gehwege, durch passantenlose Betonwüsten. Diese wecken dann wieder das Gegenbedürfnis nach einer am Menschen orientieren Einzelhandelsform mit mehr Interaktion: Starbucks, Niketown usw. So besteht eine Symbiose zwischen Discountern und Markenfirmen: Wo Walmart&Co ihre Grösse benutzen, um grosse markenlose Warenmengen zu bewegen, setzen Nike&Co ihre Grösse ein, um Marken zu einem Fetisch zu machen. Discounter ersetzen gemeinschaftliche Werte durch Billigpreise. Marken hingegen schaffen dann das Gemeinschaftsgefühl neu und verkaufen es teuer. Dazwischen zerrieben werden die kleinen unabhängigen Unternehmen.
KORRUPTION DES ÖFFENTLICHEN LEBENS
Das Resultat der Machtkonzentration der Firmen: Zensur und Ausbeutung. Ausserdem verflacht die Kultur. Früher waren Plattenfirmen dem Verdikt der Plattenläden und der Musikzeitschriften ausgeliefert - heute besitzt das Label Virgin seine eigenen Läden und Sender. Der Konzern setzt sich somit über ganze Phasen der Verbraucherauswahl hinweg! Es werden Einkaufszentren nach amerikanischem Vorbild gebaut, die nicht mehr Marktplatzförmig sind, sondern modular aufgebaut - Einkaufszentren, in denen man leichter "aneinander vorbeikommt".
INFORMATIKBERUFE ALS RETTUNG?
Das Märchen vom guten Arbeitgeber Microsoft ist vorbei. Der erlauchte Kreis der ursprünglichen Mitarbeiter ist abgeschottet worden und seit mehr als 10 Jahren wurden in diesen harten Kern nur vereinzelt neue Gesichter aufgenommen. Dank "Komplettlösungen durch Personaldienstleister" ist Microsoft dabei, ein Unternehmen ohne Angstellte zu werden. Microsoft hat schon 1/3 seines Personal zu Aushilfen degradiert. Eine Zweiklassenbelegeschaft: die Alteingesessenen "MicroSerfs" (Mikrosklaven) und die "PermaTemps" (dauerhafte Temporäre). Microsoft verlor einmal einen Prozess, in dem das Gericht befand, die "unabhängigen Auftragnehmer" hätten gleiche Rechte. Der Konzern bemüht sich seither nur noch stärker, seine Aushilfen deutlich auszugrenzen, sie dürfen nicht mehr an Firmenfeste usw.
UNBESTÄNDIGKEIT VERHINDERT, DASS ARBEITER SICH ORGANISIEREN
Es herrscht ein Gefühl der Unbeständigkeit in der Arbeitswelt. Sogar die CEOs haben oft nur kurze Gastspiele für ganz bestimmte Schlüsselaufgaben, gerade Entlassungen vornehmen. Es entstehen immer mehr "Joke Jobs" - der Trottel mit dem gefrorenen Joghurt, der Orangenauspresser, der Grüsser usw. Meist sind das Teilzeitstellen. Die Flexibiliät der Teilzeitarbeit ist zweigleisig. Sie kann z.B. von jungen Müttern sehr geschätzt sein, aber es gibt auch eine Flexibilität im Sinne der Konzerne: Es kann bei Starbucks sein, dass jemand um 5 Uhr antreten und nach der Stosszeit um 9:30 wieder gehen muss, weil er danach "ineffizient " wäre. Denn Starbucks nutzt sein Programm "Starlabor", um zu registrieren, wer wann wieviel von welchem Kaffee verkauft. So werden die oft nur wenige Stunden langen Schichten auf den optimalen Verkauf zugeschnitten. Fastfood und Einzelhandel gelten nicht mehr als Berufe für Erwachsene. Diese Menschen stecken in einem Widerspruch, sie sagen sich "Ich bleibe nur kurz, und suche etwas Besseres". Das ist den Arbeitgebern recht: Niemand will dann Lohnerhöhungen oder Aufstiegsmöglichkeiten. Nicht wenige arbeiten heute sogar umsonst, besonders im Medienbereich. Von CBS, MTV und auch von den deutschen Privatsendern ist solches bekannt. Das sind manchmal noch nicht einmal richtige Volontariate, die Volontariate werden erst in Aussicht gestellt. Es wird vermutet, dass das Praktikantentum dazu führt, dass die Medien im Endeffekt von der Elite beherrscht werden, weil Kinder armer Eltern es sich nicht leisten könnten, ein Jahr oder zwei nichts zu verdienen. Sie fordern längere Öffnungszeiten für Läden, hingegen sind die Banken nach wie vor nur während der Arbeitszeiten offen. Der Arbeiter soll keine Bankgeschäfte tätigen können.
(Individualisierung = Ich-pod, Ich-phone, Ich-pad) (andere Leseart: Eye-pod, Eye-phone, Eye-pad)
Geräte mit eingebautem Verfalldatum werden herausgebracht, oder Produktsabotage an den eigenen Produkten findet statt: Man hätte z.B. bereits das neuere IPhone gehabt, aber stutzte dann dessen Fähigkeiten absichtlich zurück, um zuerst mit einer Zwischenversion Geld machen zu können, und alle Geräte in strategisch gestaffelten Hypes rauszubringen.Das Fernsehen lehrt uns durch seine Dramaturgie, wie man die Tatsachen darstellen muss, nicht wie sie sind. Das Fernsehen hat eigentlich die Realität zu spiegeln und der Information und Bildung des Volkes zu dienen, statt eine blosse Selbstbefruchtungsmaschine voller Hartmann-Epiney-Emotionsfixerei zu sein. Ich glaube, dass der Mensch sich - kraft seines Bewusstseins - über seine tierische Natur erheben muss.
HERRSCHAFT DURCH SPRACHE
Wörter ertrinken als leere Worthülsen im Brackwasser der Beliebigkeit. Sprache ist mehr denn je ein Instrument der Gedankenkontrolle. Das Ganze geschieht heute zwar viel subtiler als früher, aber es geschieht nonstop. Analysiere Deine Sprache! Es ist aufwändig, doch zahlt sich aus. Es gibt immer jemanden, der Deine Gedanken beherrscht. Du kannst bloss entscheiden, ob Du es selbst tun willst, oder ob Du es jemand anderem überlassen willst... Die Medien können Personen krönen oder stürzen. Viele Reportagen sind zu diesem Zweck arrangiert. Die freien Medien sind nicht neutral, denn gerade weil sie frei sind, können sie von Fremdinteressen gekapert werden. Glaubst Du an Fiktion?
UMDEUTUNG UND VERHARMLOSUNG
In der Sprache werden soziale Verhältnisse ausgedrückt. Wer die Sprache beherrscht, hat die Herrschaft errungen. Über die Sprache werden die Werte, Normen und Auffassungen der Herrschenden übernommen, sogar verinnerlicht. Mit ihrer Sprache, mit ihren Begriffen schaffen sie Wirklichkeit. Führer versuchen, eine Zivilreligion zu erschaffen, indem sie getarnt religiöse oder sexuelle Begriffe zweckentfremden (Achtet auf ihre Wortwahl!) Es wird nicht mehr von Stellenabbau, sondern von „Verschlankung“ gesprochen. Eine euphemistische Wortwahl transportiert Politik – und zwar eine reaktionäre Politik. Die Neoliberalen spielen ein raffiniertes Spiel mit Konnotationen und Assoziationen zu Wörtern wie „Flexibilität“, „Anpassungsfähigkeit“, „Deregulierung“ oder „Freiheit“. Man stiehlt dem Bürger sogar die Gegenbegriffe, die er bräuchte, um Alternativen zu formulieren.
„Die Dinge falsch benennen, heißt das Unglück der Welt zu vergrößern“ Albert Camus
Humankapital = Zur Produktion braucht man neben dem Kapital auch das "Humankapital", also nicht mehr "Menschen" oder "Arbeiter". Selbige werden dadurch entseelt und wie Maschinen eingesetzt.
Sachzwanglogik = Unpopuläre Entscheidungen werden damit entschuldigt und gerechtfertigt, dass ein Sachzwang vorgeschoben wird. So wird die Kürzung von Sozialausgaben bisweilen als scheinbar objektive Notwendigkeit bezeichnet, die selber keiner politischen Diskussion mehr unterliegen kann.
Sinn machen = Sinn machen die Sinnmacher, um andere von ihrem „Sinn“ ausschliessen zu können. Sinn muss aber gar nicht "gemacht" werden. Sinn umgibt uns überall, bloss sehen wir ihn erst, wenn wir wieder wirklich frei sind und solidarisch. Sinn kommt von den Sinnen, vom Wahrnehmen und vom Denken.
RELATIVITÄT ALLER WÖRTER
Sogar eine einzige Redewendung wie "Carpe diem" kann auf zwei ganz verschiedene Weisen verstanden werden: Es hängt von unserer Kultur ab, und wie sie es verstanden haben will. Was soll es bedeuten? Geniesse das Leben? Falls Ja: Wo? Shopping? Natur? Falls Nein, kann man es auch verstehen als: Arbeiten. Aber arbeiten für wen? (usw.)
Sie sagten mir einmal auf einer Informatiker-Schnupperlehre, dass ich "geistig unflexibel" sei. Das war nur eine Worthülse, sie hätten das nicht erklären können. Es war Diskriminierung, weil sie keine Behinderten wollten. Ich hätte sie dafür verklagen können oder so. Aber selbst die Gerechtigkeit des höchsten Gerichts wäre nur ein Tropfen auf den heissen Stein gewesen. In der Arbeitslosigkeit und dem dadurch begünstigten sozialen Tod lebte ich bald nur noch in der Reflektion, brach aber auch noch durch diese tausend Spiegel hindurch, und jeder Splitter reflektierte Myriaden anderer Splitter. Meine Welt begann sich aufzulösen. Und dadurch auch die Begriffe. Ich fand heraus, dass alle Adjektive relativ sind. Besonders menschliche Eigenschaften sind relativ. Ist jemand schnell? Langsam? Kommunikativ? Unkommunikativ? Stark? Schwach? Es kommt immer darauf an, in welcher Hinsicht.
Dies ist vermutlich der Grund dafür, dass Marx und Lenin aufhörten, in allgemeinen Kategorien zu sprechen. Statt "Freiheit" zu verlangen, fragten sie sich: "Freiheit WOZU? Freiheit für WEN?" Sie sind Begriffe wie Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung ehrlich angegangen statt sie zu absolutieren, wie das heute in der Politik ausnahmslos geschieht.
MEDIEN
Die großen Presseagenturen, die Tagesschau und praktisch alle grossen Zeitungen selektieren Nachrichten vor, schneiden sie passend zusammen und präsentieren so eine Version der Realität, die nicht immer richtig sein muss. Wie können aber derart grosse Menge von Nachrichten kontrolliert werden? Die Zeitungen erhalten 95% ihrer Nachrichten und Meldungen von einigen wenigen großen Agenturen wie Reuters, dpa oder AP und verbreiten so nur, was diese vorgeben.
AUSSAGE DER MEDIEN
Die Botschaft aller heutigen Nachrichten ist: "Oh mein Gott!" Es ist so schrecklich, dass man nichts verändern kann, nur zuschauen! In der Zeit des Biafra-Kriegs und "Live Aid" dachten die Zuschauer noch, sie könnten die Politik verändern. In den Neunzigern konnten die Medien tausende von Fernsehzuschauern mobilisieren und die Welt vermeintlich mit Spendenkonzerten verändern. Das hörte mit dem Krieg der Tutsis gegen die Hutus auf, denn hier stellte sich heraus, dass die schwächere Seite ebenso grausam war wie die stärkere. Es gab keine "Guten" mehr, darum funktionierte diese Art von Journalismus nicht mehr. Sie hörten auf, Konflikte als politische Auseinandersetzungen zu präsentieren, die man verstehen konnte. Heute werden Konflikte nur noch als Illustration menschlicher Grausamkeit gezeigt. Und ansonsten, präsentieren die öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten „Soft News“ - also Emotionen statt Fakten.
"Newsreels. Christ almighty. There's always a dumb horse race, and some dame breaking a bottle over a ship, and some chimpanzee riding a goddam bicycle with pants on." (Holden Caulfield in "Der Fänger im Roggen" von J.D. Salinger)
HYPERREALITÄT
"We will prefer the sign to the thing signified, the copy to the original, representation to reality, the appearance to the esscence... illusion only is sacred, truth profane." Ludwig Feuerbach
Jahrzehnte nach diesem Zitat bemerkte Baudrillard, dass diese Prophezeiung wahr geworden war: Wir leben nur noch in einer Simulation der Realität! Die Welt, in der wir leben, wurde durch eine Kopie ausgetauscht. Die Massenmedien, einst geschaffen, um die Realität abzubilden, wurden so allgegenwärtig, dass wir sie als die Realität selbst wahrnehmen. Wir wurden so abhängig von den Medien, dass wir die echte Welt vergassen, auf der sie basierten. Die Medien sind jetzt eine Repräsentation ohne Original - ein Simulacrum. Sie ist nicht mehr real, sondern hyperreal - wie konnte unsrer Welt das zustossen?
1. In der prä-modernen Ära konnte man Kopie und Original noch klar unterscheiden. Kein geflochtener Korb sah ganz genau wie der andere aus.
2. Im Zuge der industriellen Revolution wurde die Reproduktionstechnik verfeinert. Massenproduktion machte es schwierig, "Kopie" und "Original" auseinanderzuhalten.
3. In der postmodernen Ära wurde die Technik perfektioniert. Keine Unterscheidungsmöglichkeit zwischen Original und Repräsentation mehr. Massenkonsum und Massenkommunikation. Simulierte Erfahrungen und Gefühle.
Unsere Umgebungen beinhalten so viel künstliches Material, dass wir seine Gefangenen wurden. Bedruckt mit so vielen verschiedenen Mustern und Logos, die sich in unseren Gehirnen türmen. Der Krieg um den Geist wird in der Videoarena geführt. Das Fernsehen wurde Wirklichkeit und Wirklichkeit etwas Geringeres als Fernsehen. Das Individuum wird von der Simulation programmiert. Der Hyperrealismus besteht schon ohne Computer und Internet, aber diese verstärken alles noch. Photos sind Interpretationen der Welt durch einen Photographen, Grafiken durch einen Grafiker. Alles Geschriebene ist nur ein Gleichnis. Hinter diesen Bilder liegt also ein anderes Bild, das er oder sie zuvor gesehen hat - eine weitere Interpretation. Die einzige Wahrheit, die durch solche Bilder enthüllt wird, ist: Dass es keine Wahrheit gäbe. Vielleicht hast Du auch dieses unerklärliche Gefühl, dass etwas falsch ist. Wie ein Splitter in deinem Bewusstsein. Sitcoms, Computerprogramme, fernsehübertragene Kriege. Ein Fenster zur Welt? Die virtuelle Realität ist wie eine Eroberungskarte der Realität geworden. Diese Karte liegt heute so bildgetreu und gross vor uns, dass sie mittlerweile die richtige Landschaft genau überdeckt, oder sogar noch erweitert.
"The whole force of urban industrialism upon our tastes is to convince us that artificiality is not only inevitable, but better." Theodore Roszak ANGLIZISMEN Im 17/18. Jahrhundert war in Europa noch das Französische en vogue. Die Invasion englischer Wörter begann dann langsam im 19. Jahrhundert, als England das Land wurde, wo der industrielle Kapitalismus aufstrebte. Englische Einflüsse deformieren heute zahlreiche andere Sprachen, besonders auch Deutsch. Als besonders beängstigendes Beispiel englischen Einflusses seien zuerst die zunehmenden Deppenapostrophe und Deppenleerzeichen genannt: Was zusammengehörte, wird jetzt fälschlicherweise auseinandergeschrieben. Man kann im Deutschen alle beliebigen Nomen aneinanderreihen (durch Zusammenschreibung oder Koppelung per Bindestrich), nur Leerschläge innerhalb zusammengesetzer Wörter sind nicht erlaubt. Deren gehäuftes Auftreten, das die Sprache auseinanderfallen lässt und Wörter zerhackt (Das modulare Internet-Denken zwingt uns dazu), ist ein Beweis für die Schizoidisierung unserer immer autistischer werdenden Kultur.
- Es gibt auch versteckte Anglizismen. Z.B. "Da ist" („there is") statt "Es gibt" usw.
- Etwas, das gemacht ist, ist künstlich. Besonders wenn es Liebe ist...
- "eigentlich" wird durch "wirklich" verdrängt. Wir können das Wirkliche und das Eigentliche nicht mehr unterscheiden.
- Sie übersetzen mittlerweile schon englische Sprichwörter wörtlich: "Der frühe Vogel fängt den Wurm" statt "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst."
- Sogar englische Interjektionen werden übernommen: "ouch!" statt "autsch!", "honk!" statt "hup!", "shush!" statt "pst!", "meouw!" statt "miau!"...
- Englische Werbesprüche Hannover: 3 % in den 80ern, 30 % in den Nullerjahren
- Sogar englische Grammatik und englischer Satzbau werden übernommen.
Leider wird nicht vom höheren Englisch abgekupfert, sondern meist von einem ziemlich rudimentären Englisch. Der grosse "Vorteil" englischer Wörter: Weil weniger spezifisch als deutsche, sind sie vielseitiger verwendbar, man muss eine weniger genaue Sprache führen. "Stress" ersetzt mindestens drei Wörter auf einen Streich: Hektik, Belastung, sich ärgern, jmd. ärgern. Künstler ("Artist") = Darbieter, Sänger, Musiker, Artist, Interpret, Maler Event = Tanz, Vorführung, Rennen, Geschenis, Präsentation, Kaffefahrt... In Werbungen und Zeitungen wird jetzt jede Veranstaltung "Event" genannt. Warum? Pointiert gesagt: So können Marketingleute uns zu Veranstaltungen locken, ohne genau sagen zu müssen, worum es geht.
DEKONSTRUKTIVISMUS
Dekonstruktivismus ist ein nützliches Mittel, Manipulation in Aussagen zu durchschauen. Die Strategie besteht vereinfacht gesagt darin, bei der Interpretation einer Sache absichtlich die Pointe zu verfehlen, die ausgelegten Denkspuren zu verlassen, und scheinbare Nebensächlichkeiten zu analysieren. Zum Beispiel auf eine Mathefrage, wie lange Peter für die 50 Kilometer von seinem Agglomerationsblock aus zur Oberstadtvilla seines Chefs hat, wenn er mit 100 Stundenkilometern fährt, ist JEDE gutbegründete Antwort richtig, ausser "30 Minuten". Wichtiger wäre es, die Gegenfrage zu stellen: "Wieso muss immer der Arme für den Reichen springen?" Man sucht im Text nach kleinen versteckten Entschuldigungen, die die gegenwärtige Gesellschaftsstruktur zu stützen versuchen. Man analysiert auch nicht nur, was eine Aussage bedeutet, sondern genauso, was eine Aussage NICHT bedeutet.
HINTERGRÜNDE DES DEKONSTRUKTIVISMUS
Diese von Jacques Derrida geprägte Philosophie hat eine Schlüsselstellung zum Verständnis der Postmoderne, da sie die Postmoderne auch selber mitverschuldet hat. Im Wesentlichen sagt Derridas Zeichentheorie, dass alle Zeichen in der Sprache arbiträr seien, und ein Wort allein nichts bedeuten würde. All meine Kontakte zur Welt, all meine Wahrnehmung, alle kognitiven Prozesse geschehen über Zeichen. Wie wird Bedeutung gebildet? Das Wort "Heirat" beispielsweise wird von 2 Seiten her geprägt: - Seine Geschichte, also wie es von allen anderen Sprechern vor mir verwendet wurde - Seine Bedeutung im Zusammenhang mit anderen Wörtern: Ehemann, Ehering, Familie, Braut usw. Eine Wortbedeutung konstituiert sich relativ zu den Bedeutungen all dieser zugehörigen Worte, die es umgeben. Jedes Wort ist polysemisch, hat eine unendlich grosse Bandbreite möglicher Bedeutungen, hat eine riesige solche Aura aus Worten stets unsichtbar im Hintergrund. Derrida: "There is nothing outside context" (il n'y a pas hors-texte) Also ist die Bedeutung eines isoliert betrachteten Zeichens eigentlich immer abwesend, nur impliziert. Kein Argument ist die Bedeutung, aber jede Bedeutung bedeutet alle anderen. "Ich weiss nicht, was ich meine." Wenn man jemandem etwas sagt, muss man, um die gewollte Bedeutung zu übermitteln, alle anderen möglichen Bedeutungen unterdrücken. So gesehen ist jede Aussage eine Lüge, denn man gibt vor, dass keine Komplexität besteht. Jede Präsentation ist eine Repräsentation. Die ganze Welt, selbst der Fussboden, ist infestiert mit Zeichen, Konzepten. Wenn man spricht, ist die Bedeutung in den Zeichen, nicht in dem, was man ursprünglich im Kopf hatte. Sogesehen ist Bedeutung unkontrollierbar.
MEDIENMANIPULATION IN LATEINAMERIKA-BERICHTERSTATTUNG
Boliviens Evo Morales, der erste indigene Präsident und von vielen gefeiert, erscheint kaum in den westlichen Medien. Hugo Chavez, der mit dem Bolivarismus Venezuela revolutioniert, wird in unseren Medien bestenfalls als liebenswürdiges Grossmaul und lustiger Diktator dargestellt. Als Venezuela im Mai 2007 die Lizenz für den TV-Sender RCTV nicht verlängerte, beklagte die westliche Presse einstimmig den Verlust der Meinungsfreiheit (“Chavez macht letzten regierungskritischen Sender dicht“). Keine Rede war davon, dass 80 % der Sender in privater Hand blieben, wovon die meisten gegen die Regierung opponieren, ja einige während des Putsches 2002 sogar zum Mord an Chavez aufgerufen hatten. Ausserdem hatte Chavez nur die abgelaufene terrestrische Sendelizenz nicht verlängert, per Kabel und Satellit durfte RCTV weiterhin senden! Bei den Superreichen, denen der Privatsender gehört, ist Chavez unbeliebt, weil er den Ölreichtum des Landes breit zu verteilen versucht. Dutzende Auftragsmörder aus dem konservativen Kolumbien sind gegen Chavez aufgestachelt. Die Lüge von der Puente Llaguna: Am 11. April 2002 fand ein von der USA-unterstützer Putschversuch gegen Hugo Chavez statt. Um den Putschversuch anzuheizen, verbreiteten die privaten Medien Venezuelas Lügen: Chávistas hätten auf einen friedlichen Demonstrationszug von Oppositionellen geschossen und mehrere getötet. Bloss: Es gab keinen Demonstrationszug auf der Straße unter der Brücke! Der kam dort nie vorbei. Schon vor den Schüssen und den Toten wurde eine Erklärung mehrerer hoher Militärs aufgenommen, die dem Präsidenten ihre Gefolgschaft verweigerten, weil „das Blut friedlicher Demonstranten an seinen Händen” klebe. Wie ein Journalist von CNN vor laufender Kamera aussagte, war diese Erklärung schon lange vor dem Vorfall gefilmt worden. Zum Zeitpunkt der Erklärung gab es noch gar keine Toten! Und diese Toten stammten von ein paar mysteriösen Scharfschützen auf den Dächern, die sowohl Chavez-Anhänger als auch Gegner beschossen. Alles war inszeniert um den Putsch moralisch gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Meinen sie das, wenn jetzt manche nach „Pressefreiheit” rufen? Künstlerische Freiheit im Umgang mit der Wahrheit?
RUFKAMPAGNEN
Es wurde beispielsweise die Kampagne “This is Zionism” verbreitet, die Israelis beim Verrichten wohltätiger Arbeit zeigt, ganz friedlich. Das Ziel des Faschismus ist ja gerade der Frieden - nachdem alle Gegner getötet, verdrängt, umgepolt wurden, und es nur noch "eigene Leute" gibt - eine sehr zynische Kampagne. Vermutlich stammt die Idee von gemässigteren israelischen Kräften, während die rechtsradikalen Kräfte nach wie vor Krieg wollen. Aber ein Verbrechen gegen ein ganzes Volk können nicht durch ein paar gute Taten an herzigen Waisenkindern gerechtfertigt werden, die jetzt aus schlechtem Gewissen begangen werden. Es ist wie wenn Bill Gates Geld spendet. Wie Slavoj Zizek sagt: Es ist wie mit Schokolade, zuerst gibt sie Verstopfung, dann Durchfall. Solche Entwicklungshilfe schadet ausserdem oft mehr, als sie nützt. Beispielsweise wenn die Bauern ihre Ernten nicht mehr verkaufen können, da subventionierte Nahrung verkauft wird.
SUBJEKT-OBJEKT-PRÄDIKAT
Subtile Manipulationen am Satzbau werden von den neoliberalen Medienagenturen dpa, AFP und Reuters systematisch betrieben: Es spielt wahrnehmungsmässig unbewusst eine Rolle, ob "Autonome sich Scharmützel mit der Polizei lieferten", oder umgekehrt die Polizei mit den Autonomen... Auch die deutsche Regierung gibt seit Jahren sowohl intern als auch an Journalisten sogenannte “Sprachregelungen” heraus, in denen genau definiert ist welche Begriffe für was verwendet werden sollen.
Kultur macht den Menschen zum Menschen. Kultur ist nicht notwendig - aber sie macht das Leben erst lebenswert. Sie hat keinen Zweck - aber nicht keinen Sinn. Es ist wichtig, die Kultur zu verstehen, wenn man die Welt verstehen will. Wieso? Nur schon aus folgendem Grund: Im Feuilleton kann sogar ein abhängiger Journalist Klartext schreiben und seine Meinung durchscheinen lassen - denn Kulturschaffende sind keine "Pressure Group"...
EXISTENZIALISMUS
Ein grosser Meilenstein in der Nachkriegs-Kulturgeschichte war eine philosophische Bewegung namens Existenzialismus. Seine Wegbereiter waren die Existenzphilosophen Heidegger, Kierkegaard, Jaspers und Hegel. Frühe Vordenker waren der Nihilist Nietzsche und der Dichter Dostojewski. Der Existenzialismus wurde in Form des "französischen Existenzialismus" von Jean-Paul Sartre und Albert Camus vollendet. Der Existenzialismus besagt, dass die Existenz der Essenz vorausgeht. Das bedeutet: Die Dinge SIND einfach. Ein Baum wurde nicht für einen Zweck geschaffen, er existiert einfach. Es gibt keinen vorausplanenden Gott, der diesen Baum mit dem Hintergedanken geschaffen hat, dass man später einen Einbaum daraus schnitzen solle. Dasselbe gilt für die Menschen - der Mensch ist in seine Existenz "geworfen". Wenn hingegen der Mensch etwas schafft, ist es genau umgekehrt: Wenn ich ein Papierflugzeug falte, existiert das Papierflugzeug zuvor schon als Idee in meinem Kopf. Der Existenzialismus besagt aber, dass es bei der Schöpfung der Welt eben umgekehrt ablief. Das bedeutet folglich auch, dass es keine fixen höheren Werte gibt. Somit ist der Mensch radikal frei, er ist "zur Freiheit verdammt", was eine grosse Verantwortung ist. Der Mensch muss "sich selbst entwerfen". Man muss moralische Entscheidungen fällen, und sieht sich mit Phänomenen wie Absurdität, Ekel, Angst, Sorge, Tod und Langeweile konfrontiert. Jean-Paul Sartre, der den Nobelpreis abgelehnt hat (weil dieser "bourgeois" sei), beschreibt den "Ekel", der einen befällt, wenn man die philosophische Erkenntnis hat, dass alles im Leben zufällig entstanden ist.
„Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord. Sich entscheiden, ob das Leben es wert ist, gelebt zu werden oder nicht, heißt auf die Grundfrage der Philosophie antworten. Alles andere – ob die Welt drei Dimensionen und der Geist neun oder zwölf Kategorien hat – kommt später. Das sind Spielereien; erst muss man antworten.“ Albert Camus
„Die Hölle, das sind die anderen“ Sartre
„Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Strassenecke anspringen, es entsteht durch die Entzweiung des sinnstrebenden Menschen von einer sinnleeren Welt“. Albert Camus
Kein Buch wurde so häufig missverstanden wie "Der Fremde" von Albert Camus. Es handelt von einem gleichgültigen Mann namens Meursault, der in den Tag hinein lebt und durch dumme Zufälle einen Araber umbringt, weil die Sonne ihn geblendet hat. Er wird zum Tod verurteilt und wartet auf seine Hinrichtung, verwehrt sich aber dem Gefängnispriester. Er will dessen Trost nicht, weil ohnehin alles sinnlos sei, und schreit: "Nichts, gar nichts sei wichtig, und ich wisse auch warum. Und er wisse ebenfalls warum. Während dieses ganzen absurden Lebens, das ich geführt habe, wehe mich aus der Tiefe meiner Zukunft ein dunkler Atem an, durch die Jahre hindurch, die noch nicht gekommen seien, und dieser Atem mache auf seinem Weg alles gleich, was man mir in den auch nicht wirklicheren Jahren, die ich lebte, vorgeschlagen habe (...)" Viele denken nun beim ersten Durchlesen, die Hauptfigur Meursault sei "der Held" der Geschichte. In Wahrheit ist Meursault als Antiheld gedacht, Camus wollte mit seinem Buch also nicht ein gleichgültiges Verhältnis zu Werten und Moralvorstellungen propagieren, sondern zum Denken anregen.
Camus war nämlich kein Nihilist im negativen Sinn, er wollte sich nichtmal als Existenzialist verstanden wissen, sondern als Moralist, was er auch wirklich war: Indem er aufzeigte, dass es keine in Stein gemeisselten Werte gibt, wollte er, dass neue existenzialistisch-humanistische Werte geschaffen werden, die den Menschen zum Mittelpunkt und Fixpunkt haben. Camus offenbart also die hässliche Wahrheit von der Sinnlosigkeit - aber keineswegs um uns depressiv zu machen, sondern er hoffte, dass wir etwas verändern würden. Ohne im Daseinskampf gewonnene Werte ergibt die Revolte keinen Sinn. Diese Werte müssen sich auf das richten, was wirklich existiert: auf die Menschen selbst. Was der Mensch braucht, ist „menschliche Wärme“ („chaleur humaine“). Camus vergleicht die Lage des Menschen mit der Lage des verfluchten Sysiphus. Er glaubt, dass sogar Sysiphus glücklich sein kann ("Il faut s'imaginer Sisyphe heureux.") Sysiphus muss zwar jeden Tag seine schwere Steinkugel den Berg hochrollen, die immer wieder runterrollt, aber es ist wenigstens SEINE Steinkugel. Laut Camus soll der Mensch "revoltieren". Was bedeutet: Etwas tun, obwohl alles sinnlos ist. Gegen die Sinnlosigkeit ankämpfen, obwohl der Kampf letztlich auch wieder sinnlos ist. All die sinnlosen Taten und Revolten werden durch den Tod besiegelt, der nicht nur die Ursache der Sinnlosigkeit ist, sondern auch die Krönung eines jeden absurden Lebens. Freimaurerische Kreise aber verkehrten den Existenzialismus ins Gegenteil (bzw. förderten seine Fehlinterpretation), also gehen wir raus und töten Araber im Irak... (George Bush hat „Der Fremde“ erst 2006 in seinem Sommerurlaub gelesen – wers glaubt!) Camus Einfluss auf Dich hängt also davon ab, wie Du ihn interpretierst, bzw. wie die Gesellschaft dich ihn interpretieren lässt. Wenn Du ihn richtig interpretierst, gibt er dir einen Ansporn, die Welt zu verstehen und zu 85 verändern. Interpretierst Du ihn aber falsch, lässt er dich lethargisch zurück. Nichts ist sinnlos - oder alles. Du bestimmst!DIE SIMPSONS UND DER POSTMODERNISMUS
Ein anderer nennenswerter Einfluss auf die (Populär-)Kultur waren die Simpsons. Die Simpsons sind ebenfalls ein zweischneidiges Schwert: Sie richten sich gegen das System, wurden aber zunehmends umgepolt, um es zu stützen statt zu bekämpfen. Die Simpsons durchbrechen permanent die vierte Wand, sie richten sich an den Zuschauer, als wüssten sie selber, dass sie nur Figuren in einer Sendung sind, sind selbstironisch. Wenn man die Simpsons schaut, schaut man nicht fern, sondern man schaut, wie jemand fernschaut. Die Bewohner Springfields sind nämlich selbst stark popkulturbeeinflusst, alles ist voller Anspielungen - ein dauernder Befremdungseffekt, der den Zuschauer zum Denken anregt. Durch dieses neue Fernseh-Gefühl konnte eine neue Generation kritischer Fernsehzuschauer aufwachsen. Postmodernismus ist der Stil, keinen Stil zu haben. Der Postmodernismus ist überzeugt vom "Ende der Geschichte", alle grossen Ideologien seien tot, alle grossen Erzählungen seien beendet - Jetzt dreht sich also alles nur noch um sich selbst. (vgl. Nietzsches Theorie von der "ewigen Wiederkunft des Gleichen") In der postmodernen Kultur ist drum alles möglich: Hulk Hogan kann gegen Hitler kämpfen, fiktive Menschen gegen richtige, zeitgenössische gegen mittelalterliche usw. Denn "keine Realität ist höher als die andere." Es gibt keine Hoch- und Tiefkultur mehr, alles wird auf dieselbe Ebene gestellt: Märchen, Wissenschaft, Literatur, Filme, Geschichte. Alles sei arbiträr. "Nichts ist wahr, alles ist erlaubt" war die Losung des Geheimbunds der Assassinen, und dürfte wohl auch von Freimaurern gutgeheissen werden. Die Simpsons, besonders die alten Folgen, waren postmodern in einem positiven Sinn (Ihre Postmodernität regte zum Nachdenken an). Aber das meiste Postmoderne heute ist im negativsten Sinn postmodern, und seine lauteste Botschaft ist: "Es hat keinen Zweck!" Baudrillards Theorie von der "Verschwörung der Kunst" besagt, dass ein Kunstwerk selbst keine Bedeutung hat, sondern ihm diese von der Presse, den Promotoren, der Anhängerschaft usw. verliehen wird. Das gilt heute mehr denn je. Denn das Motto unserer Kultur scheint zu sein: "Wenn die Welt hohl ist, ist Oberflächlichkeit unsere letzte Rettung." Eine nahrhaftere Kultur wäre aber möglich!
INDIVIDUALISIERUNG UND "POSITIVES DENKEN"
Unsere Kultur führt in den (falschen) Individualismus. Säkulärer Satanismus ist nichts anderes als Individualismus in der negativsten Form: Radikaler Egoismus. Die eher in den USA bekannte, von Ayn Rand gegründete, Pseudophilosophie des "Objektivismus" predigt u.a., dass man den Armen nicht helfen sollte. Eine Philosophie der Starken, der Unternehmer. Solche Bewegungen dienen selbstredend den Herrschenden. Und sie werden rätselhafterweise immer und immer wieder neu inkarniert, doch es ist immer dasselbe. Heute, 30 Jahre später, haben wir "Rhonda Byrne" und ihr "The Secret". Dieses Buch liefert uns nichts anderes als einen neuen Aufguss des "Positiven Denkens", das immer wieder aufgewärmt wird. Die Theorie, dass "positive" Gedanken das Glück anziehen würden, mag vielleicht sogar teilweise stimmen, doch damit ist nur das Glück für das Individuum gemeint. Wenn man das "Positive Denken" bis zur letzten Konsequenz analysiert, offenbart sich der pure Faschismus. Um die Schäden übersehen zu können, die sie auf der Welt verursachen, müssen die Schädiger "positiv" Denken, und auch das breite Volk muss es tun, da es sonst aufstehen würde. Es ist eine menschenunwürdige, egoistische Praktik, die im Esoterikbuchhandel unbekümmert gepredigt wird. Der Psychologieprofessor Martin Seligman, Erfinder der "positiven Psychologie", bringt sogar den US-Streitkräften "Positives Denken" bei (ein 31-Millionen-Dollar-Auftrag) Über die Popkultur wird dieses schädliche Gedankengut breit gestreut: - In "Tick Tock" von Nas findet sich die Aussage "Think positive" - die Black Eyed Peas haben ein Lied "Positivity" genannt - "Poverty's a mind state" singt NAS in "Association" („Alles, was zu dumm ist, um gesprochen zu werden, wird gesungen.“ Voltaire) Platon sprach auch von der Musik als eine sehr grosse Kraft um die jungen Menschen zu lenken, so gross, dass der Philosoph wollte, dass Musiker nur mit einer Lizenz arbeiten dürften. Viele Hiphopper haben eine selbstgefällig-chauvinistische "Get rich or die tryin´!"-Mentalität. Der Rapper KRS hingegen sagte einmal: "Du kannst nicht reich sein und gleichzeitig echten Hiphop produzieren!" Sie erzählen dir: "Beschäftige dich nicht mit dem Negativen, weil alles sowieso nur eine Illustion ist." Es heisst, es würde nichts Gutes bringen, sich mit Negativem zu beschäftigen. Wenn also jemand seine Stimme erhebt und sagt: "Wir bewegen uns auf die Hölle zu", werden alle sich abwenden, weil sie darauf konditioniert sind, nur das Positive zu sehen. Will Smith: "Sobald du es sagst, machst du es real. Die Leute fragen mich über Rassismus in Hollywood. Warum sollte ich Rassismus überhaupt erst anerkennen?" Die Irrmeinung "Sobald du es sagst, machst du es real" bedeutet etwa soviel wie: "Wenn du es nicht sagst oder aussprichst, existiert es nicht." Das "positive Denken" kommt harmlos daher, erst auf den zweiten Blick offenbart sich, was für ein bodenloser Zynismus dahintersteckt. Nämlich wenn man den Umkehrschluss zieht: Die Obdachlosen und Hungrigen existierten nicht. Sie sind natürlich bettelarm, weil sie sich ihre Situation herbeigedacht haben bzw. geistig arm sind, und sich nicht besser denken können. Der Esoterikautor Trutz Hardo vertritt sogar die Auffassung, die Juden hätten karmisch die KZs verdient gehabt, über dem Eingangstor von Buchenwald hätte der Spruch "Jedem das seine" geprangt.
KREATIVITÄT
Wenn man die Geschichte des Wortes "Kreativität" analysiert, merkt man, dass dessen Bedeutung sich verändert hat: In den 70ern bedeutete es: Regeln brechen, etwas ungewöhnlich tun, alte Gedankenspuren verlassen. Ab den 80ern wurde der Begriff subjektiviert, und bedeutet jetzt einfach: Sich ausdrücken.
Das Dogma der Individualisierung ist zwar heute schon so tief verankert, dass die Kindergärtnerin den Kindern sagt: "Jedes von euch ist einzigartig.", aber die Menschen unterscheiden sich in Tat und Wahrheit gar nicht so stark voneinander, wie sie meinen, und die ersten Ideen, die uns kommen, hatten oft viele andere schon vor uns. Somit sind wir uniformiert durch Individualisierung, wenn Kreativität sich an nichts mehr reibt als uns selbst, sind wir berechenbar. Individualismus wird nur noch ausgedrückt durch die Produkte, die man kauft, den Stil, den man trägt - Darum die Angst vor den Cumuluskarten, sie wissen, was man gekauft hat, und bei manchen Menschen kommt das bereits einem Seelenraub gleich. Dieser "Individualismus" und dieser falsche Stolz trennen uns.
VERSTECKTE BLASPHEMIE
Wenn wir Erwachsenen kulturell schon derart an der Nase herumgeführt werden, wie sehr passiert das dann wohl den Kindern? Mit Disney ist es immer dasselbe: Prinzessinnen, die nicht reden, Frauen, die nur ihren Körper anzubieten haben, Sex ist ihre einzige Erlösung. In anderen Disneyfilmen gibt es andromorphe Enten, sogar sprechende Objekte, sprechende Autos! Im Kapitalismus wiegen die Dinge schwerer als der Mensch, der sie schafft - Eine Blasphemie nicht nur gegen einen allfälligen Gott, sondern gegen die ganze Menschheit. In Entenhausen gibt es keine Kirche oder Religion. Es gibt aber dennoch eine Art Magie und höhere Macht, die sich äussert. Woher kommt sie? Vermutlich ist Dagobert Duck der heimliche Gott Entenhausens. Die Erfindungen Daniel Düsentriebs sind die "Wunder" der kapitalistischen Produktionsweise. Aber das ist noch nicht die höchstmögliche Stufe von Blasphemie: Wenn in Hollywood der Weltuntergang droht, dann gibt es für die "Guten" immer die Möglichkeit, ihn abzuwenden. Das ist ziemlich paradox, denn der Weltuntergang ist in der Bibel etwas Gottgewolltes. Ausserdem kennt niemand seine Stunde, und wenn er anfängt, dann hat er ja schon angefangen. Man sollte also keinem "Christen" wie Bush glauben, der suggeriert, dass er die Apokalypse abwenden will, denn das ist ein Widerspruch in sich.
SPIELE
Spiele sagen viel über die Gesellschaft aus. Alte Spiele wie Schach hatten feudale Strukturen: Ein König, eine Königin, Bauern usw. Später, als es keine Sympathie für den Kaiser mehr gab, kam "Eile mit Weile auf", es gab keinen König mehr, nur noch Hütchen. Die Spielfiguren waren austauschbar, wie die Soldaten, die in den grausamen Kriegen damals fielen. Das Spiel passte perfekt zur harten neuen Gesellschaft, die Figuren waren immer in Bewegung, eine hohe Unsicherheit und Ersetzbarkeit, die Figuren hatten kein Gesicht. Schon in der Schule werden wir auf die brutaldarwinistische menschenverschleissende Logik des Neoliberalismus gedrillt, wesentlich auch durch Spiele wie "Die Reise nach Jerusalem". Es ist ein hartes Spiel, immer ein Stuhl weniger, wer rausfliegt muss zuschauen ("ist arbeitslos"), und selbst der Sieger ist in seinem Sieg allein - die Wahrheit ist, dass es kein Jerusalem gibt. Heute haben wir elektronische Spiele, Jungen und Mädchen repräsentieren Gangster beziehungsweise Prostituierte in verabscheuungswürdigen Videospielen. Das notorischste Beispiel ist Grand Theft Auto, wo man sogar mehr Punkte bekommt, je mehr Geld man aus einem Überfallsopfer herausprügelt. Das geplante Spiel "Six Days in Fallujah" wurde eingestellt, nachdem jemand herausgefunden hatte, dass die CIA es war, die die Produktion in Auftrag gegeben hatte. Wieso mögen Kinder Videospiele? In Videospielen haben sie ein Ziel. Da gibt es einen klaren Weg, sogar die Munition liegt am Wegesrand bereit. Im Gegensatz zur wirren, absurden Realität ist in den Spielen alles so einfach, dass es geradezu eine Wohltat für den Geist ist. Die moderne Art, die Seele baumeln zu lassen. Man nennt diese Jugendlichen indifferent, aber eigentlich wollten sie ja alle die Welt retten. In den Spielen wie GTA gibt es viel Ironie, GTA ist eigentlich sehr sozialkritisch, wenn man genau hinschaut, und die Witze versteht. Aber die jüngeren Kinder nehmen es wörtlich, sie verstehen die Ironie nicht. Viele auch erwachsene Menschen heute verstehen diese Art von Sozialkritik nicht mehr, und das ist der wirklich traurige Punkt, weit bedenklicher als die Gewaltdarstellung an sich.
IRONIE
Das Stilmittel Ironie ist auch so ein zweischneidiges Schwert. Naomi Klein schildert ein paar Fälle, wie Ironie und Sarkasmus in der Werbebranche verwendet werden, um die Gesellschaft zu manipulieren. Die Werber machen Spots mit viel raffiniertem Sarkasmus, der die Gedankengänge des Betrachters vorwegnimmt. Des Zuschauers wissendes Grinsen ist vorprogrammiert, die Sofakommentare sind vorgeplant. Kritisch sein ist unmöglich, denn sie umgehen Deine moralische Instanz, indem sie Dein
Denken mit Ironie beschäftigt halten: Oft ist Ironie dazu gegen sie selbst gerichtet, was sie unangreifbar macht. Der globalisierungskritische Konsumentenschützer Ralph Nader bekam ein Angebot von Nike. Er sollte mit einem Nike-Turnschuh posieren, dazu der Spruch: "Wieder ein schamloser Trick von Nike, Turnschuhe zu verkaufen" Ironie war es auch, mit der es ihnen gelang, Kurt Cobain totzuproduzieren. Geblendet vom ironischen Scheinwerferlicht konnten sich weder Nirvana noch Pearl Jam oder irgendeine andere grosse Grunge-Gruppe zu politischen Aussagen durchringen. Pseudo-Ironie ermöglicht unbescholtene Grausamkeit: Einem Murat Kurnaz, der erzählt, was ihm angetan wurde, schenkt heute niemand mehr glauben. Die Geschichte klingt zu haarsträubend dreist, um wahr zu sein.
DIE "L'ART POUR L'ART"-IRRLEHRE
Die meisten Künstler, die vom Schweizer Medienteig gewälzt werden, sind gar keine richtigen Künstler. Ein richtiger Künstler stellt sich selbst hinter seine Kunst, und richtige Kunst zahlt sich selten aus. Der richtige Künstler erschafft etwas, das grösser ist als er selbst, je mehr er daneben untergeht, desto bedeutender ist sein Werk. Alle, die sich selbst inszenieren müssen, sind falsch. Aber die Selbstbefruchtungsmaschine SFDRS ist da anderer Meinung... Es wird die Meinung verbreitet, Kunst habe keinen anderen Zweck als sich selbst: "l'art pour l'art" sagt man. Aber das ist eine Lüge! Alles führt zu etwas, nichts steht einfach für sich selbst. Wir sind ein einziger grosser Organismus, und Kultur soll vereinen, nicht trennen! Literatur ohne Kritik ist keine Literatur! In anderen Kulturen war Kunst etwas sozial Engagiertes. Die sozialistische Kunst war Kunst für alle Schichten und Altersklassen, der Künstler wurde mit dem "Bitterfelder Weg" ins werktätige Volk integriert, er musste nicht verspottet dahindämmern irgendwo in einer Mansarde und sich zuschütten wie in unserer "Kultur" heute. Aber wir fühlen uns unangebracht, wenn wir politische Meinungen äussern, lieber lassen wir unsere Künstler Flecken auf Tücher malen. Und weil keiner die Kultur ernstnimmt, war es ein Leichtes, sie zu unterwandern. Wenn Du einen Dokumentarfilm oder einen Vortrag siehst, ist dein Geist 91 ganz wachsam, Du bist kritisch und bemerkst alles. Aber wenn Du ein fiktionales Werk in der Freizeit schaust, ist diese geistige Barrikade weniger wachsam... Wer sich morgens von einem Radiowecker aufwecken lässt, weiss, was ich meine: Am Abend desselben Tages erinnert man sich dann an Bruchstücke aus den Morgennachrichten, aber weiss nicht mehr, woher man diese Sätze gehört hat. Man weiss zum Teil nicht einmal mehr, ob man sie wirklich gehört oder nur geträumt oder nur gedacht hat. Es ist, als wären sie aus dem nirgendwo gekommen... Hollywood produzierte die Filme, in denen James Dean als Arbeiter gegen die bösen bösen Gewerkschaften ankämpft. Dass Gewerkschaften in der Regel eigentlich dem Arbeiter helfen, wird komplett ausgeblendet. Das hollywoodsche "Propaganda Placement" wurde aber immer raffinierter. Heute nutzt man die "Predictive Programming"-Strategie und produziert Ideologie, indem die Filme uns Vorbilder zeigen. In unserer übersättigten Gesellschaft ist es kein Problem, unsere Sehnsüchte zu befriedigen: Die Läden sind überall. Unser Problem ist nur, dass wir alleine nicht wissen, was überhaupt unsere Sehnsüchte sind. Menschliche Sehnsucht ist nichts Spontanes. Das Kino ist also die ultimativ perverse Kunstform: Es gibt uns nicht, was wir begehren, sondern lehrt uns, wie wir begehren sollen. ERFOLG DANK LOGEN Bevor Tupac ermordet wurde, hatte er vor ”fake sell out”-Rappern gewarnt (Jay Z, Nas, Prodigy usw.) Er schrieb einen Song namens “Killuminati”, der erklärte, wie erfolgreiche Musiker bedrängt werden, in die einschlägigen Orden einzutreten, um ihre Karrieren zu behalten. Das ”Rap Game” sei manipuliert und nur für diejenigen Künstler würden sich die Türen öffnen, die sich bereit erklären, zu Marionettenspielern zu werden. Der Komiker Dave Chapelle: "Niemand hat als Entertainer seinen Durchbruch weil er einfach hart in einem Comedyclub arbeitet..."
- Jay Zs Kleidermarke: "Rocawear" (benannt nach John D. Rockefeller)
- Wenn Freimaurer eingeführt werden, sagen sie "Ich bin", so nennt sich Jay Z auch "Jay Hova"
- Nas präsentiert sich auf seinem Album "I am" als Pharao
- MC Melle Mel, Bomfunk MC usw. = MC = Master of ceremonies
- "I´m a microchip of the old block" (Gnarls Barkley, "Transformers") = "Alter Altar"
Es findet in der Popmusik auch eine Glorifizierung der Armee statt. Derzeit durch Bruno Mars (der römische Kriegsgott) mit "Catch a Grenade" und "Soulja Boy" = "Soldier Boy"
Wenn die MCs also die "Zeremonienmeister" sind, sind wir Konzertgänger gewissermassen alle Teilnehmer bzw. Zeugen von Ritualen. Es ist schwierig, das Eigentliche zu sehen hinter den Symbolen.Die Musik des Establishments versucht uns klein zu machen, verhöhnt uns Zuhörer:
"What you know!" T.I.
"Whatcha say!" Jason Derulo
"You can't tell me nothing!" Kayne West
Gleichzeitig die Aufsexualisierung durch im kommerziellen Hiphop sehr häufiges Frauengestöhn im Hintergrund. Gewaltfördernde Minderwertigkeitskomplexe sind vorprogrammiert!
WELTSCHMERZ IN DER KULTUR
Es gab nie eine Zeit, in der die Depression verbreiteter war als heute. Aber unsere Kultur drückt dieses Gefühl sehr wenig aus. Wir können über alles andere reden heute, über Sex, Grausamkeiten, allerhand Tabus usw., aber Depression ist anscheinend das letzte noch bestehende Tabu unserer Kultur. Irgendwie ist es fast obszön, über Depression zu sprechen. Wenn man darüber spricht, wird man als banal angesehen, oder als ein Misantroph, ein Schwarzseher oder Faulenzer, der nichts mit sich anzufangen weiss: Der Depressive ist "nicht erfolgreich", aber die Ironie ist, dass unsere Prozac-Gesellschaft sehr "erfolgreich" ist... Die Kultur anderer Jahrhunderte hat den Weltschmerz zu verarbeiten gewagt: Dürers "Melencolia", die Romantik, die klassische Musik usw., und es war überhaupt nicht banal, sondern höchste Kunst! Richtige Künstler sind feinfühlige Leute, sie spüren den Weltschmerz, statt ihn nur mit Lärm zu übertönen. Tiefes Denken wird in unserer Gesellschaft also eher wie ein Blinddarm behandelt - es ist nicht unmittelbar nützlich, man kann auch ohne es existieren. Und je weniger man dieses Denken braucht, desto mehr entwickelt es sich zurück, bis die (D-)Evolution es eines Tages total aus unseren genetischen Bauplänen herausstreicht.
ERKENNTNIS MUSS MAN AUSHALTEN KÖNNEN...
Die Herrscher wissen, dass alles auf der Welt arbiträr ist, also können sie darauf aufbauen und ihre eigene Realität erschaffen und uns diese vorsetzen. Ein Gefühl dafür zu bekommen, dass alles arbiträr (und sinnlos) ist, ist selbstredend nichts Angenehmes... Aber im Gegensatz zum einzelnen Depressiven, den die ungeheuerliche Erkenntnis stets allein trifft, sind die Freimaurer-Politiker nicht alleine mit der Erkenntnis, denn sie haben ja ihre Bruderschaft im Rücken, die ihnen hilft, den heiligen Wahnsinn zu kanalisieren und zu instrumentalisieren, damit er sie nicht selbst auffrisst. In dem Sinn sind Politiker wie Komiker. Komiker sind mir unheimlich - Denn um andere zum Lachen zu bringen, muss ein Komiker wissen, dass es eigentlich gar nichts zu lachen gibt...